15 Sep

Tag des Offenen Denkmals

Im Rah­men des „Tag des Offe­nen Denk­mals 2014“ ver­an­stal­te­te unser Ver­ein gemein­sam mit der Pfarr­ge­mein­de St. Mar­ti­nus Weve­ling­ho­ven am 14. Sep­tem­ber 2014 einen klei­nen Emp­fang für inter­es­sier­te Mit­bür­ger am Alten Pas­to­rat.

Hel­mut Coe­n­en vom Kir­chen­vor­stand (und Mit­glied unse­res Ver­eins) infor­mier­te die Besu­cher aus Weve­ling­ho­ven und der Umge­bung über den aktu­el­len Stand der Bau­maß­nah­men am Alten Pas­to­rat und die wei­te­ren Plä­ne für den Umbau der Pfarr­ge­bäu­de.

Zum Ende des Emp­fangs erhielt jeder Besu­cher von Hel­mut Coe­n­en noch einen Beu­tel fri­sch gepflück­ter Äpfel aus dem Pfarr­gar­ten.

 

07 Sep

Exkursion Lüttich (September 2014)

L’ARDENTE und 374 STUFEN

Wenn man so will, war es ein geziel­ter Sei­ten­sprung, der neben den Spu­ren der Weve­ling­ho­ve­ner in Alden Biesen anschlie­ßend in die alte und bei­lei­be nicht nur wegen Kom­mis­s­ar Mai­gret welt­be­kann­te Stadt an der Maas führ­te.

Luik“ steht auf den Hin­weis­schil­dern im flä­mi­schen Teil des Lan­des, „Liè­ge“ heißt es schon ein paar Kilo­me­ter wei­ter, von Aachen aus fährt man Rich­tung Wes­ten nach „Lüt­tich“

Das sagt schon viel über die Stadt und die Regi­on, in der fran­zö­si­sch, nie­der­län­di­sch = flä­mi­sch und deut­sch im Drei­eck Lüt­tich-Maas­tricht-Aachen Mut­ter­spra­chen und Amts­spra­chen sind.

Das rie­si­ge Stahl­werk Coque­rill — Sam­bre ist der Pau­ken­schlag im Maas­tal zum Ein­tritt in die Stadt der Hoch­öfen, Stahl­wer­ke und Schmie­den- bes­ser gesagt, war der Pau­ken­schlag.

Heu­te sind die Feu­er weni­ger gewor­den, fast erlo­schen.

L’ardente — die Bren­nen­de nennt sich Lüt­tich und die Öfen und Schmie­de­feu­er könn­ten für die­sen Namen ste­hen.

Tat­säch­li­ch gibt es einen dra­ma­ti­sche­ren Grund für die­sen Bei­na­men der Stadt. Gegen Karl den Küh­nen hat­ten sich Bür­ger der Stadt mutig gestellt und sei­ne Absich­ten mit Nach­druck abge­lehnt. Zur Stra­fe ließ er die Stadt voll­stän­dig nie­der­bren­nen, dar­an erin­nert „l’ardente“.

Ein Reli­qui­ar aus fünf Kilo­gramm Gold schenk­te er spä­ter der Stadt als Süh­ne für die Ver­wüs­tung. In der Schatz­kam­mer der Kathe­dra­le St. Paul ist es neben dem Reli­qui­en­schrein des Hei­li­gen Lam­ber­tus zu bewun­dern.

Im Jahr 384 ver­leg­te der Hei­li­ge Ser­va­ti­us den spät­rö­mi­schen Bischofs­sitz von Ton­ge­ren nach Maas­tricht. 705 wird der Maas­trich­ter Bischof Lam­ber­tus in Lüt­tich ermor­det. Sein Nach­fol­ger, der (Hei­li­ge) Huber­tus ver­leg­te 718 den Bischofs­sitz von Maas­tricht nach Lüt­tich.

980 erhält das Bis­tum durch Kai­ser Otto II die Lan­des­herr­schaft und bleibt nun 800 Jah­re bis 1789 ein mit dem Reich ver­bun­de­nes Fürst­bis­tum. Hier ist für­wahr eine Ver­dich­tung der Geschich­te des „christ­li­chen Abend­lan­des“ zu erkun­den.

Und dies spü­rend gehen wir durch die Zeug­nis­se der Zeit in einer leben­di­gen und von Asche und Ruß befrei­ten auf­blü­hen­den Stadt.

Am Quai Maes­tricht darf ein Bli­ck in das Mai­son Cur­ti­us nicht feh­len, herr­schaft­li­cher Sitz eines zu gro­ßem Wohl­stand gekom­me­nen Waf­fen­händ­lers, erbaut um 1600. Heu­te ist das präch­ti­ge Renais­sance­ge­bäu­de gut besuch­ter Aus­stel­lungs­ort und bedeu­ten­des Muse­um.

Von der Maas aus durch das Mai­son Cur­ti­us über die alte Haupt­stras­se Feron­stree erreicht man unmit­tel­bar die aus­ge­zeich­net restau­rier­te roma­ni­sche Kir­che St. Bart­hele­my. Allein das in einem Stück aus Mes­sing gegos­se­ne Tauf­be­cken aus dem 12. Jahr­hun­dert ist die Rei­se, zumin­dest den Besu­ch der Kir­che wert.

Uner­müd­li­ch zieht Theo Hoer die Grup­pe über die klei­ne Rue des Bras­seurs –Brau­er­stras­se- und den städ­te­bau­li­ch bemer­kens­wert her­ge­rich­te­ten Innen­hoft Cour St. Antoi­ne zur Rue Hors Cha­teau–Stras­se zum Schloss-. Das weiß-blaue Wap­pen von Fürst­bi­schof Maxi­mi­li­an Hein­rich von Bay­ern (1650–1688) ziert die rote Barock­fas­sa­de von St.Gerard und den aus 1667 stam­men­den Brun­nen Johan­nes der Täu­fer nennt der Volks­mund –viel­leicht wegen sei­nes beson­de­ren Plät­scherns Pis­se­ro­le“. Über­ra­schung von rechts, am Klos­ter der Ursu­li­nen gehen mit einer Stei­gung von 40 Pro­zent immer­hin 374 brei­te Stu­fen hoch hin­auf zum Fort.

Bue­ren­trep­pe heißt die Sen­sa­ti­on in Erin­ne­rung an Capi­tai­ne Vin­cent de Bue­ren, im Kampf gegen den Bur­gun­der­her­zog Karl den Küh­nen tap­fer und vor­bild­li­ch.

Die nach Haupt­mann de Bue­ren benann­te Trep­pe wur­de lan­ge nach ihm gebaut und soll­te die Sol­da­ten nach dem Frei­gang in die Stadt von einem lan­gen Weg über die Ser­pen­ti­nen der Fahr­stra­ße zum Fort abhal­ten. An eben die­ser Stra­ße hat­ten sich näm­li­ch alle mög­li­chen Wirts­häu­ser und Eta­blis­se­ments nie­der­ge­las­sen und man darf anneh­men, dass es dadurch mit der Ein­hal­tung des Zap­fen­strei­ches auf dem Fort nicht uner­heb­li­che Pro­ble­me gab.

Am Wal­lo­ni­schen Muse­um für Volks­kun­de im ehe­ma­li­gen Mino­ri­ten­klos­ter in die Rue de Mineurs abbie­gend steht man schon mit Bli­ck auf das La Vio­let­te genann­te Rat­haus inmit­ten des Pla­ce du Mar­che am Brun­nen­bau Per­ron, dem Lüt­ti­cher Wahr­zei­chen und Treff­punkt.

Ein­mal leicht umge­dreht und, fast über dem Ter­ri­to­ri­um der Men­schen thro­nend, bestimmt der Fürst­bi­schöf­li­che Palais den Raum zwi­schen Him­mel und Erde. Vor 1000 Jah­ren schon stand hier das ers­te Palais, unter Fürst­bi­schof Eber­hard de la Marck wur­de 1526 das heu­ti­ge fer­tig gestellt.

Kai­ser Hein­rich IV, der mit Canossa, war 1071 hier, 1075 fand ein Kon­zil mit Bern­hard von Clairvaux statt, euro­päi­sche Geschich­te ist all­zeit vor­han­den.

Fast sprach­los macht ein Bli­ck in den säu­len­ge­rahm­ten Innen­hof, das Fürs­ten­pa­lais ist heu­te Sitz der Pro­vin­zi­al­ver­wal­tung.

Moder­ne Archi­tek­tur im Umfeld über­zeugt durch Gegen­satz und Span­nung und zugleich im Dia­log mit dem mäch­ti­gen Renais­sance­mo­nu­ment.

Per­spek­ti­ven hoch über Stra­ßen und Palais und gleich dane­ben ein Stück altes Lüt­tich am Clo­i­t­re St.Croix beein­dru­cken.

Die Rue Hau­te Sou­ve­rie­re führt vor­bei am Pla­ce Ver­te zum Pla­ce de’l Ope­ra, lang­sam braucht man eine Pau­se, rafft sich doch noch ein­mal auf, um durch die beleb­te Rue des Domi­ni­cai­nes zur Kathe­dra­le St. Paul zu gelan­gen und hier beim Reli­qui­ar des Hei­li­gen Lam­ber­tus das Kapi­tel lan­ge Geschich­te und alte Stei­ne und alte Weve­ling­ho­ve­ner zu schlie­ßen.

Ein Cafe Lie­goi­se am Pla­ce de la Repu­bli­que Fran­cai­se mit Bli­ck auf Palais und Per­ron bleibt in Erin­ne­rung.

Aix la Capel­le steht nun auf den Hin­weis­schil­dern, von Alden Biesen aus stand Aken drauf und in Höhe Eupen ist klar, an Aachen kommt der aus Lüt­tich, Luik, Lie­ge heim­rei­sen­de Weve­ling­ho­ve­ner immer vor­bei.

HTH

 

07 Sep

Exkursion Alden Biesen (September 2014)

AUF DEN SPUREN DER WEVELINGHOVENER 2014

Alden Biesen in Bel­gi­sch Lim­burg ist am 6. Sep­tem­ber das Ziel.

Dieter/Dietrich/Dierik von Weve­ling­ho­ven war hier um 1290 Land­komthur des Deut­schen Ordens in den Nie­der­lan­den. Nach sei­ner Grün­dung als Hos­pi­talb­ru­der­schaft 1190 in Akkon lässt sich der Orden schon bald an ande­ren Orten nie­der, begüns­tigt durch Schen­kun­gen und gro­ßen Zuspruch sei­tens des Adels. Schon 1226 beginnt der Deut­sche Orden mit Bil­li­gung von Kai­ser und Papst sein Wir­ken in Preus­sen.

Der Deut­sche Acker in Weve­ling­ho­ven ist ver­mut­li­ch um die­se Zeit dem Orden geschenkt oder zur Ver­fü­gung gestellt wor­den. Mög­li­cher­wei­se als Ein­stieg für eine Kar­rie­re eines Weve­ling­ho­ve­n­ers im Orden.

Auch Alden Biesen ist 1220 eine Schen­kung des Gra­fen Arnold III von Loon an den Orden. Eine Kapel­le mit umlie­gen­den Län­de­rei­en war der Beginn einer fast 600jäh­ri­gen Geschich­te.

1288 ist der Graf von Loon in der Gefolg­schaft des Her­zogs Johann von Bra­bant mit den Gra­fen von Jüli­ch, Berg, Mark, Teck­len­burg, Wal­de­ck, Zie­gen­hain und Vian­den in der Schlacht von Worrin­gen erfolg­reich gegen den Köl­ner Erz­bi­schof Sieg­ried von Wes­ter­burg und sei­ne Alli­anz.

Aus­lö­ser für die Aus­ein­an­der­set­zung war ein Erb­fol­ge­streit um das Her­zog­tum Lim­burg und der Bra­ban­ter mit Sitz in Löwen war nun auch Her­zog von Lim­burg.

Da war Diet­rich von Weve­ling­ho­ven auf dem Weg zu sei­nem hohen Amt in Alden Biesen in der Graf­schaft Loon.

Über die Fra­ge, auf wel­cher Sei­te die Weve­ling­ho­ve­ner wohl in die­sen Zei­ten stan­den, darf spe­ku­liert wer­den.

Aus dem Ordens­sitz von 1220 ent­wi­ckelt sich noch im 13. Jahr­hun­dert der Haupt­sitz, genannt Bal­lei, für den Deut­schen Orden in den Nie­der­lan­den. Mehr­mals umge­baut, abge­brannt, wie­der­er­rich­tet, ist Alden Biesen heu­te das kul­tu­rel­le Zen­trum der Flä­mi­schen Gemein­schaft und eines der ein­drucks­vol­len Schlös­ser West­eu­ro­pas.

Mit sei­nen Vor­gän­gern und Nach­fol­gern ist Die­t­er von Wevel­cho­ven in der Aus­stel­lung vor Ort auf­ge­führt.

Weve­ling­ho­ven, Diet­rich von, van Weve­ling­ho­ven, vice­lan­com­man­deur der Neder­lan­den 1287, land­com­man­deur der Neder­lan­den 1293, Alden Biesen 1290–1295, … onbe­kend (1295?)“

fin­det sich in einem Nie­der­län­di­schen Bei­trag zur Geschich­te des Deut­schen Ordens „in de Bali­je Biesen“.

HTH