20 Sep

Auf den Spuren 2016

 

„Ein Bild von Schloß Wevelinghoven auf Schloß Hohenlimburg“ – Thema für die Excursion 2016 mit dem Verein Historisches Wevelinghoven e.V.

Wegen möglicher und von Profis natürlich eingeplanter Behinderungen auf den Autobahnen im Rechtsrheinischen geht es am 3. September schon um 9:00 Uhr am Marktplatz in Wevelinghoven los.

Wie immer verkürzt Theo Hoer die Fahrt durch seine Berichte über Wichtiges beziehungsweise Bemerkenswertes an der Strecke. Schwebebahn mit Erbauer Eugen Langen, uns als Mitbegründer der Zuckerfabriken Pfeifer & Langen bekannt, Firmennamen wie z.B. Bayer, Vorwerk und Ibach stehen für Wuppertal.

Den Stadtnamen gibt es nach einer Neugliederung aus den Großstädten Barmen und Elberfeld und weiteren Städten erst seit 1930 durch Bürgerentscheid.

Textilfabrikantensohn Friedrich Engels engagiert sich in der Armenfürsorge des „Elberfelder System“ und der TÜV Rheinland entwickelt sich aus dem hier 1872 gegründeten „Dampfkesselüberwachungsverein“.

Die sächsische Sigiburg, heute Hohensyburg, wird schon von Truppen Karl des Großen eingenommen und grüßt hoch oben für das schnell erreichte Hagen.

Klingenschmiede und Hammerwerke und dann Schwerindustrie bei Klöckner in der Hasper Hütte, Stahlwerke Südwestfalen AG, Brandt’s Zwieback und Villosa-Süßigkeiten sind hier überwiegend Vergangenheit. Noch hat die Kaltwalzindustrie im 1975 eingemeindeten Hohenlimburg Stellenwert.

Besonders fällt hier am Eingang zu Sauerland und Südwestfalen das Schloß Hohenlimburg ins Auge.

Eine gelungene Führung mit Herrn Scholz durch dieses wahrhaft authentische Denkmal vergangener Zeiten mit Zukunftsperspektive ist der Höhepunkt des sonnigen Tages. Zwar sind Teile des Schlosses im Umbau, aber Herr Scholz hat für alle Räume einen Schlüssel.

Wir müssen schauen und das Gesehene irgenwie speichern, Fotografieren ist, dafür haben wir Verständnis, vor allem in den Umbau-und Renovierungsbereichen nicht erwünscht.

Aber das mit Spannung erwartete Gemälde von Schloß Wevelinghoven dürfen wir auch elektronisch speichern. Die Überraschung war groß und mündete teilweise in Ungläubigkeit.

Das großformatige Bild befindet sich im Kontext mit Bildern von Schloß Hohenlimburg und Rheda offensichtlich vom selben Maler.

Die Grafen, heute Fürsten von Bentheim-Tecklenburg waren bekanntlich auch die Herren von Wevelinghoven, besitzen Schloß Hohenlimburg noch heute. Lange Zeit war es nicht nur ständiger Wohnsitz sondern auch Verwaltungssitz. Aus dieser Zeit stammen vermutlich auch die Gemälde der Besitztümer und damit auch des Schlosses Wevelinghgoven.

Das Wevelinghovener Wappen im Bentheim-Tecklenburger finden wir auf einer Stickerei im Haus und in Stein über einer Türe zum Neuen Pallas, in dem übrigens auch einmal Ritter von Nesselrode wohnten.

Später, beim Besuch der von den Grafen von Bentheim-Tecklenburg begründeten reformierten Kirche unten in der Stadt, begegnen wir erneut dem alten Wevelinghovener Wappen.

Viel gehört und gesehen, viel zum Nachdenken und in Zukunft auch Nachforschen strengt an, die Einkehr im Haus Schlesierland in Hohenlimburg bietet dazu die erwünschte Pause. Küche und Service verdienen unser Kompliment, wir können dieses Restaurant empfehlen.

Weil sie am Heimweg liegt, machen wir an der monumentalen Müngstener Brücke Halt und erleben noch einmal ein wenig Nostalgie an einem Kiosk mit Minigolfbahn, Zigarren, Zigaretten, Kaffee im Becher und als Süßigkeit „Wupperschlamm“. Ein Gruß aus früheren Zeiten – wer weiß, wie lang noch zu erleben.

Punkt 19:00 Uhr, wie geplant, hält Frau Wicklein den Reisebus wieder auf dem Marktplatz an.

Mit dem Bild vom Schloß Wevelinghoven haben wir die Beschäftigung mit dem ehemaligen Sitz des Hauses Lievendahl erst begonnen, wir haben uns erinnert. Wenn die Erinnerung überschaubarer ist, werden wir das „Schloß im Park an der Erft“ markieren.

Theo Hoer

07 Sep

NGZ-Bericht zum Schloss Wevelinghoven

Den heute in der Neuss-Grevenbroicher Zeitung erschienenen Artikel zum Schloss Wevelinghoven veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Unser ausführlicher Bericht über die Exkursion folgt in der nächsten Woche.

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Wevelinghovener Burg auf altem Gemälde entdeckt

Vom Sitz der Herren von Wevelinghoven blieben nur Trümmer übrig. Ein altes Bild zeigt das Schloss in voller Pracht.

Von Wiljo Piel

Im Wevelinghovener Stadtpark liegen Mauerreste, die einst zum Schloss der Herren von Lievendahl gehörten. Dass es sich bei dem um 1800 untergegangenen Gemäuer um einen recht stattlichen Bau gehandelt haben muss, wurde den Mitgliedern des Vereins „Historisches Wevelinghoven“ jetzt anschaulich vor Augen geführt. Auf Schloss Hohenlimburg entdeckten die Heimatfreunde um Alt-Bürgermeister Theo Hoer jetzt ein Ölgemälde mit einer alten Ansicht der Gartenstadt – und in deren Zentrum ist die Burg Wevelinghoven in ihrer ganzen Pracht zu sehen.

„Das ist eine echte Überraschung“, sagt Theo Hoer: „Und ein wertvoller Fund zur geschichtlichen Dokumentation unseres Ortes.“ Der Zusammenhang zwischen Wevelinghoven und Hohenlimburg ist historisch belegt: Anna von Wevelinghoven und Lievendahl brachte ihr Erbe mit in die Ehe, die sie 1439 mit Heinrich von Gehmen schloss. Von dieser Verbindung aus ging Wevelinghoven durch Heirat, Verkauf und Schenkung zunächst an Tecklenburg und später an Bentheim. Die Grafen von Bentheim-Tecklenburg kamen 1592 in den Besitz der Grafschaft Limburg, und ab 1681 residierten sie auf Schloss Hohenlimburg. „Zur Dokumentation ließen sie ihre Liegenschaften malen – und somit besitzen sie noch heute auf Hohenlimburg auch ein Bild ihres Besitzes als Herren von Wevelinghoven“, schildert Theo Hoer.

Von dem Ölgemälde hatte der ehemalige Bürgermeister von einem Freund erfahren, der es zufällig entdeckt hatte. Um sich das Werk einmal aus der Nähe anzusehen, unternahm der Verein „Historisches Wevelinghoven“ seine Jahres-Exkursion nach Hohenlimburg. „Als nächstes wird die Interpretation des Bildes folgen“, sagt Hoer: „Wir wollen es unter anderem auch mit historischen Ansichten anderer Besitztümer der Grafen vergleichen.“

Gemeinsam mit den Bürgerschützen möchte der Verein zudem die Heimatgeschichte im Ort erlebbar machen. An historischen Stätten wie der Motte am Klosterweg sollen Hinweistafeln angebracht werden, die mit Hilfe von QR-Codes auch weiterführende Informationen bieten sollen. Auch die alten Mauern im Stadtpark werden mit einer solchen Tafel ausgerüstet. „Ein Schlossumfeld, das als ,Stadtpark‘ bezeichnet werden kann, sollte nach Meinung der Wevelinghovener spätestens dann wieder erlebbar sein“, sagt Theo Hoer.

Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung am 7. September 2016 (Online-Version)
Bild: Theo Hoer