21 Mai

Sommergruß 2017

Der Ostergruß aus Wevelinghoven ist gerade erst einen Monat her und der Sommer schickt schon Signale.

Viel Freude bei allen sommerlichen Aktivitäten in unserer Heimat oder auch in der Ferne:

beim Maimarkt am 21. Mai,
beim Reiturnier am 10. & 11. Juni,
beim Stadtparkfest am 24. Juni,
bei den Schützenfesten,
bei den kirchlichen Festen und Feiertagen,
beim Sport oder
beim Grillen und Chillen

wünschen wir allen Mitgliedern des Vereins Historisches Wevelinghoven e.V.

Auf den Spuren der Wevelinghovener  bewegen wir uns am Samstag, den 7. Oktober 2017 zur Abtei und Gedenkstätte Brauweiler mit Führung Abteikirche und Abtei sowie der Gedenkstätte Brauweiler (Führung mit Studiendirektor Wißkirchen).

11:15 Uhr Busabfahrt am Marktplatz Seite Oststraße.
Nach den Führungen Einkehr zur Kaffee- und Kuchenzeit.
18:30 Uhr geplante Rückkunft in Wevelinghoven.

Anmeldungen ab sofort mit Überweisung des Teilnehmerbeitrages von 20,00 € für  Mitglieder und 25,00 € für Nichtmitglieder auf das Konto des Historisches Wevelinghoven e.V. – IBAN DE82 3055 0000 0093 1369 01 – mit dem Betreff "Brauweiler".

Die Gruppe ist aus führungstechnischen Gründen auf maximal 25 Personen begrenzt.

Es grüßen

Theo Hoer, Vorsitzender
Nikolai Dohlen, 2. Vorsitzender
Armin Mohren, Geschäftsführer
Magda Hoer, Kassiererin

07 Apr

Mitgliederversammlung und Ostergruß 2017

 

Liebe Mitglieder im Verein Historisches Wevelinghoven e.V.,

die Mitgliederversammlung am 29. März 2017 im Weinzimmer der Erftruhe ist abgewickelt. Aktivitäten und Berichte sowie Planungen für 2018 und folgende Zeit fanden nach Erörterung die Zustimmung der Anwesenden.

In den geschäftsführenden Vorstand für die folgende Amtszeit bis 2020 wurden jeweils einstimmig Theo Hoer Bm.a.D. als Vorsitzender, Nikolai Dohlen als 2. Vorsitzender, Armin Mohren als Geschäftsführer und Magda Hoer als Kassiererin gewählt.

Der Frage, ob die Motte im Zubend ein Geheimnis birgt, ging Theo Hoer in einem mit Plänen, Skizzen, Karten und Fotografien ergänzten Vortrag nach. Dabei nahm er sich die Freiheit, bis zum Beweis des Gegenteils davon auszugehen, daß es sich bei dem Erdhügel an der Erft im Zubend von Wevelinghoven tatsächlich um eine mittelalterliche Anlage aus der Zeit handelt, in der solche "Motte" genannten Wohn- und Wehranlagen in Europa entstanden sind. Eine nähere Untersuchung von Motte und der im Gelände sich abzeichnenden Vorburg sollte für die nächsten Jahre auf der Langzeittagesordnung stehen.

"Über die Fluren" ging es vor der Jahreshauptversammlung per Bus zum Modell des Castrum Novaesium in Neuss und zu zwei spannenden Stunden mit Heinz Birkenheuer.

Rechtzeitig zu Ostern kommt Pastorat 10, wieder mit interessanten Themen zu Wevelinghoven. Leider kann eine Verteilung "von Hand" nicht erfolgen, daher dürfen wir Sie auf einige Stellen aufmerksam machen, wo Pastorat 10 in den nächsten Tagen ausgelegt wird: Sparkassen und Banken, Kirche St. Martinus und St. Martinus-Stift, Deuss, Bolz, Mattheisen, Genussfaktur. Viel Spaß beim Lesen!

Gefreut haben wir uns, daß als neue Mitglieder Beate und Karl Broich sowie Petra und Georg Staniek zu uns gestoßen sind. Herzlich willkommen!

Allen, auch denen, die wir nicht per Mail oder über diese Seite erreichen, wünschen wir auf diesem Wege ein duftiges Frühjahr und ein Frohes Osterfest.

Theo Hoer mit
Nikolai Dohlen, Armin Mohren, Magda Hoer.

 

07 Apr

Über die Fluren — Castrum Novaesium — März 2017

 

Beeindruckend ist die Inszenierung des Untergegangenen in einem Architekturmodell beachtlichen Ausmaßes. Viel zu schnell vergeht die Zeit mit Heinz Birkenheuer am 29. März 2017 an seiner Rekonstruktion der zweiten Steinbauphase des Neusser Legionslagers. Erfreulich das Interesse der Mitglieder, 23 Damen und Herren sind dabei, der Ausstellungsraum ist ausgelastet.

Heinz Birkenheuer erzählt Alltag am Rhein vor 2.000 Jahren. Wir machen uns mit den römischen Truppen auf den Weg von Trier durch die Eifel an den Niederrhein, befinden uns mit den Legionären im Dreischichtbetrieb bei „Feindeinwirkung“, legen systematisch in streng geordneter und geübter Weise Lager für die Nacht und auch für längere Zeit an.

Immer im Auge haben wir die verschiedenen Modelle der um die Zeitenwende hier am Rhein errichteten, umgebauten, abgebauten, zerstörten und wieder aufgebauten Lager mit unterschiedlichen Funktionen.

Das Reiterlager, das erste römische Feldlager, das während des Bataveraufstandes (69 n. Chr.) zerstörte und von der aus Spanien herbeigeführten VI. Legion wieder aufgebaute Legionslager.

600 mal 450 Meter und somit 27 Hektar groß beherbergte der Standort etwa 7.500 Menschen im eigentlichen Legionslager und mit allen Hilfstruppen in Lagervorstadt und umliegender Landwirtschaft zusammen wohl an die 10.000.

Dieses Neusser Legionslager der ersten und zweiten Steinbauphase wird von 1886 bis 1900 durch entsprechende Grabungen unter Leitung des Archäologen Dr. Constantin Koenen in einer bisher in Europa nicht erfolgten Vollständigkeit dokumentiert.

 

Grundriss des Legionslagers Novaesium – Grabungsbefunde des „Koenenlagers“ (1887-1900) - Bildquelle: Wikipedia.

 

50.000 Kubikmeter Erde bewegt das Grabungsteam von Hand in 14 Jahren.

Das heute vollständig überbaute Grabungsgelände wird dabei so genau dokumentiert, daß ein Architekturmodell im Maßstab 1:200 in jahrelanger Arbeit hergestellt werden kann.

Heinz Birkenheuer beginnt damit 1986.

Und genau so spannend wie seine Erzählungen zum Lagerleben und Lagerbau ist auch die Geschichte zur Entstehung und Entwicklung des Architekturmodells, an dem er in den letzten Jahren gemeinsam mit dem kürzlich verstorbenen Lothar Kirchmeyer gearbeitet hat und nun wieder alleine weiterarbeitet.

Wir erfahren dazu erst mehr, nachdem wir durch die Porta Praetoria zur Principia an der Via Principalis, zum Praetorium, zur Lagertherme, zu den Wohnbereichen der Tribunen und des Praefectus Castorium, den Reiterkasernen und den Kasernen der römischen Fusstruppen und noch viel mehr gegangen sind und neugierig nach der Entstehung und auch der Zukunft der Modelle des Castrum Novaesium fragen.

Das nach seinem Erforscher benannte sogenannte Koenen-Lager ist dem Auge des Betrachters verborgen, das Modell erweckt Verschwundenes zum Leben, macht es richtig spannend, Geschichte in unserer Heimat zu begegnen. 2002 war das Modell im Museum Villa Erckens in Grevenbroich. Museumsleiter Dr. Bodo Schwalm entwickelte damals die heutige Darstellungsform mit dem Grundriß von Constantin Koenen unter den auf Accrylglassäulen aufgeständerten detailgetreuen Modellen von Heinz Birkenheuer.

Unser Dank an Heinz Birkenheuer ist nicht der Höflichkeit geschuldet sondern kommt aus vollem Herzen.

Unter www.castrum-novaesium.de und www.roemische-garnison-novaesium.de  nachzuschauen dürfte sich lohnen.

Theo Hoer Bm. a.D.
Vorsitzender

 

23 Dez

VERNETZEN im St.-Martinus-Stift

 

Teilhaben an Veranstaltungen im Haus und draußen in Wevelinghoven und im Kreis – das war die auch von Schwester Celina mit Nachdruck verfolgte Idee z. B. für die Bewohner der Einrichtung, die gerne teilhaben möchten aber nicht  persönlich teilnehmen können.

Unter dem Stichwort VERNETZEN sah der Verein Historisches Wevelinghoven e.V. hier eine Aufgabe im Sinne seiner Satzung und seiner Handlungsimpulse

"Erinnern-Markieren-Vernetzen"

Technisch musste dazu die Video-Hausanlage entsprechend ergänzt werden. Der erste Schritt ist die Übertragungsmöglichkeit aus der Kapelle. Andachten, Gottesdienste, Vorträge, Gesprächsrunden  können jetzt in den Wohnbereichen gesehen und gehört werden.

Übertragungen aus dem Eingangsbereich, zum Beispiel der Empfang des Bürger-Schützen-Vereins Wevelinghoven am Ehrenabend oder thematische Abende wie "Klönen bei Kruchens" und - noch ein weiterer Schritt - Aktuelles aus dem Ort und der Region kommen durch Vernetzung über Bildschirm und Lautsprecher zu den Menschen.

Einspielungen auch von älteren Bildern und Filmen aus Wevelinghoven, Grevenbroich und dem Kreis können die  Biographiearbeit im Haus begleiten, die auf die individuelle Lebensgeschichte der Bewohner eingeht.

Thilo Spychalski, Geschäftsführer St.-Augustinus-Kliniken und Nadja Pienkowski, Einrichtungsleiterin St.-Martinus-Stift begrüßten am 19. Dezember 2016 zur Vorstellung der Aktion Redakteure der Neuss-Grevenbroicher Zeitung und des Erft-Kurier sowie Theo und Magda Hoer und Armin Mohren vom Historisches Wevelinghoven e.V.

Der Verein hat die jetzt in Betrieb genommene Technik in Auftrag gegeben. Das ist möglich gemacht worden durch großzügige Unterstützung Dritter. So erhielt der Verein als Unterstützung seiner Pläne aus PS-Zweckerträgen € 4.000,- von der Sparkasse Neuss.

Gerne und herzlich wurde daher vom Haus und vom Verein Herr Stephan Meiser von der Sparkasse Neuss begrüßt. Den Dank an die Sparkasse Neuss quittierte Stephan Meiser mit der Feststellung, "hier kann etwas an Menschen zurückgegeben werden, die über Jahrzehnte Kunden und Geschäftspartner waren".

Materiell und mit Ideen weiter mithelfen will der Verein Historisches Wevelinghoven e.V., der Phantasie bei der Begleitung und Gestaltung der Vernetzung im St.-Martinus-Stift und in Wevelinghoven sind laut Vorsitzendem Theo Hoer keine Grenzen gesetzt. T-Shirts für Aktive von Martinus-TV sind laut Thilo Spychalski fast schon fertig.

Theo Hoer

 

11 Dez

Weihnachtsgruss und Termine 2017

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins,

für den Terminkalender 2017 hier schon heute die vorbereiteten Termine:

"Über die Fluren" am Mittwoch, den 29. März 2017
Castrum Novaesium - Das Neusser Legionslager in der zweiten Steinbauphase 80 bis 103 n.Chr.

Das von der XVI. und VI. römischen Legion an der Erftmündung errichtete Lager mit einer Ausdehnung von 600 mal 450  Metern entsprechend einer Fläche von 27 Hektar beherbergte zeitweise mit allen Hilfstruppen bis zu 10.000 Mann.

Heinz Birkenheuer aus Wevelinghoven hat es mit Lothar Kirchmeyer auf der Grundlage der von Constantin Coenen 1877 entdeckten Anzeichen und der von 1886 bis 1900 unter seiner Leitung ausgeführten Grabungen maßstabgerecht rekonstruiert.

Heinz Birkenheuer entführt uns am 29. März über seine Modelle in die Zeit vor nahezu 2000 Jahren. Das war und ist ganz nah bei uns, und die Römerstrasse in Wevelinghoven weist uns auf kurzem Weg zur Erftmündung und zum heutigen Grimlinghausen.

17:15 Uhr Busabfahrt Marktplatz Seite Oststraße
18:00 Uhr Neuss-Humboldtstrasse 2, Tagungshotel der Deutschen Telekom

Um 20:00 Uhr sind wir zurück in Wevelinghoven zur

Jahreshauptversammlung 2017.

Die Einladung und Tagesordnung folgen.

"Auf den Spuren" am Samstag, den 07. Oktober 2017

"Josef Balzer, Maria, geb.Behrens, geb. 13.11.1899 in Wevelinghoven" – eine Karteikarte, ein Schicksal begegnet uns in der Gedenkstätte in der ehemaligen Abtei Brauweiler.

Auch das kann "auf den Spuren" bedeuten.

Die 1024 gegründete Benediktinerabei Brauweiler hatte eine bedeutsame Stellung in unserer Region und im Reich. Schon im 19. Jahrhundert nach Auflösung der Abtei Disziplinierungsanstalt für Bettler, Landstreicher, Prostituierte, entmündigte Alkoholiker, wird hier in nationalsozialistischer Zeit ein frühes "Konzentrationslager" eingerichtet und werden im September 1944 zahlreiche Anstaltsinsassen in Vernichtungslager überstellt.

Konrad Adenauer ist hier mit seiner Frau Gussie im Herbst 1944 Häftling der Gestapo.

Mit Studiendirektor i.R. Josef Wißkirchen, ehemals Lehrer am Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich, haben wir eine Führung um

12:00 Uhr in der Abteikirche St. Nikolaus und im Abteigebäude, und um
13:45 Uhr eine Führung durch die Gedenkstätte.
15:00 Uhr Zeit für Kaffee und Kuchen und Gespräche
17:00 Uhr Ankunft Wevelinghoven

Für Über die Fluren (Castrum Novaesium - Das Neusser Legionslager) und Auf den Spuren (Josef Balzer, Maria, geb.Behrens, geb. 13.11.1899 in Wevelinghoven) jetzt schon melden unter 02181 74202 Theo und Magda Hoer oder info@historisches-wevelinghoven.de.

Bitte beachten Sie: die Teilnehmerzahl ist auf maximal 24 Personen begrenzt!

Wir wünschen Ihnen, liebe Mitglieder und ihren Familien, eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2017.

Herzlich grüßt Ihr Vorstand

Theo Hoer, Vorsitzender
Nikolai Dohlen, 2. Vorsitzender
Armin Mohren, Geschäftsführer
Magda Hoer, Kassiererin

11 Dez

Historisches Wevelinghoven e.V. 2016 im Rückblick

ERINNERN-MARKIEREN-VERNETZEN...

bleibt auch in der Rückschau auf das zu Ende gehende Jahr Impuls unserer Aktivitäten. Die ohne Zweifel bedeutsamste Nachricht erreichte uns mit Pastorat 09. Die Rettung des zusehends verfallenden Alten Pastorates, 2005 am Osterfeuer noch ein Traum, ist nun Realität.

Die aktuelle Ausgabe der Schriftenreihe PASTORAT, die wir seit Beginn begleiten und unterstützen, teilt uns in Text und Bild mit: Der Erhalt des Alten Pastorats ist gesichert, es wird Bestandteil des neuen Pfarrzentrums der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus.

Der Traum am Osterfeuer 2005 hat seinerzeit umgehend zur Gründung des Vereins Historisches Wevelinghoven e.V. geführt. Mit seinen Aktivitäten das Augenmerk der Öffentlichkeit und dann auch der Entscheider auf den historischen Schatz an der Erft in Wevelinghoven gelenkt zu haben, darf der Verein Historisches Wevelinghoven in aller Bescheidenheit für sich in Anspruch nehmen.

Als "Geschenk der Geschichte" bezeichnet Dipl.-Ing. Architekt Klaus Knevels in seinem Beitrag „Erzwungene Ökumene" in Pastorat 09 respektvoll und begeistert das alte Haus und begrüßt die Entscheidung der Kirchengemeinde, "dieses Haus . . ., als Teil des neuen Pfarrzentrums zu erhalten und zu revitalisieren".

Dem schließen wir uns ohne Einschränkung an. Wir freuen uns mit der Katholischen Pfarrgemeinde St. Martinus und für Wevelinghoven, wenn hier an der Unterstrasse eine weitere für alle offene Einrichtung entsteht, wie wir sie mit dem Pastor-Dehnert-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde am Hemmerdener Weg nun seit Jahren kennen.

 

ERINNERN... vor 4 Jahren

1653 - diese Jahreszahl findet man auf dem Schlussstein in einem gut erhaltenen Kaminsims im Alten Pastorat in Wevelinghoven. Das erstaunlich große Gebäude, bereits seit über 150 Jahre nicht mehr als Pastorat genutzt, ist erst in den letzten Jahren wieder in das Blickfeld gekommen. Jahrzehntelang ohne besondere Nutzung, versteckt hinter einer großen Mauer an der Unterstraße, war der bauliche Verfall fast Programm.

Dies zu verhindern war die Absicht von jungen Leuten, die in einer Osternacht am Feuer im Pfarrgarten den Plan schmiedeten, zu diesem Zweck einen Verein zu gründen. Das wurde 2005 mit der Gründung des Vereins Historisches Wevelinghoven e.V. in die Tat umgesetzt.

Mit der Teilnahme an Tagen des Offenen Denkmals, Ständen auf dem Maimarkt, Vorträgen und Veröffentlichungen konnte als erstes Teilziel die Aufmerksamkeit zunächst der Wevelinghovener erzeugt werden.

Heute zeichnet sich mit der geplanten Errichtung eines neuen Pfarrzentrums der Kirchengemeinde St. Martinus in Wevelinghoven bereits eine Nutzungsmöglichkeit ab, die die entstehenden Kosten vertretbar erscheinen lässt. Erste konkrete bauliche Sicherungsmaßnahmen im Bereich der Fundamente, der tragenden Wände und des Dachstuhls wurden nach umfangreichen Untersuchungen durchgeführt.

Das Haus ist wieder begehbar und am Tag des Offenen Denkmals im September 2012 konnte Architekt Klaus Knevels eine große und sehr interessierte Besuchergruppe durch alle Räume bis auf den Dachstuhl führen. Das ist ein großer Schritt nach vorne.

Noch im Sommer 2011 schloss Vereinsvorsitzender Bürgermeister a. D. Theo Hoer Überlegungen zur Jahreszahl 1653 und zur Frage, wer denn nun eigentlich das Alte Pastorat errichtet hat mit der Feststellung:

„Eine gemeinsame Baumaßnahme (Protestanten und Catholiken) während Zeiten simultaner Nutzung darf in relativ gesicherter Kenntnis der Beziehungen der Konfessionen zur damaligen Zeit als unmöglich angenommen werden. Die Kernaufgabe ist jedoch nicht, den oder die Erbauer zu finden, sonder das vor mehr als 350 Jahren errichtete Baudenkmal zu sichern und vor dem Untergang zu bewahren.“

Die aktuelle Entwicklung ist ein Glücksfall, vielleicht sogar mehr als das und ist für Wevelinghoven auch ein ökumenischer Auftrag.

 

MARKIEREN... Wie ist das Schloß verschwunden?

Ein überwachsener und baumbestandener unregelmäßiger Hügel auf der heutigen Insel im Stadtpark zu Wevelinghoven ist ganz unaufgeregt und schlicht mit der Bezeichnung "Wüstung" als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Grevenbroich eingetragen. Dafür, daß wir hier keine natürliche Erhebung vor uns haben, liegen uns etliche Dokumente aus der Geschichte vor.

Die ganz große Überraschung jedoch ist das Gemälde "Schloß Wevelinghoven", welches wir auf den Spuren am 3. September auf Schloß Hohenlimburg entdeckten. Der eine oder andere Mitreisende wollte kaum glauben, daß solch ein offensichtlich recht ansehnliches und umfangreiches Gebäude hier in Wevelinghoven gestanden haben soll und erste Interpretationsversuche machten die Runde.

Nun ist es so, daß auf Schloß Hohenlimburg neben dem Gemälde von Schloß Wevelinghoven auch Gemälde von anderen Schlössern der Grafen von Bentheim zu sehen sind und diese historischen Anlagen wie Schloß Rheda oder Hohenlimburg fast 1 zu 1 noch existieren. Ein Vergleich zwischen Gemälden und Wirklichkeit gibt keine Hinweise auf Übertreibungen oder besondere Überhöhungen oder darstellerische Tricks. Warum sollte der Maler oder die Werkstatt da bei Wevelinghoven eine Ausnahme gemacht haben? Auch die uns bekannten Grundrisse aus früheren Zeiten lassen durchaus den Schluß auf eine bemerkenswerte Anlage zu.

"Schloß Wevelinghoven" dürfte als Bezeichnung erst zur Zeit der Regentschaft der Grafen von Bentheim für das vorher als "Lievendahl" bekannte Anwesen aufgekommen sein. Wir wollen doch ein wenig mehr wissen und meinen, das verschwundene Schloß und seine Geschichte sind es wert, näher untersucht zu werden.

1670 bis 1685 trafen sich hier die Mitglieder der Reformierten Gemeinde Wevelinghoven zu ihren Gottesdiensten und Versammlungen. Der baulich schlechte Zustand wird übrigens damals nachdrücklich erwähnt mit der Bitte um Abhilfe an die Herren von Wevelinghoven, die Grafen von Bentheim.

In französischer Sprache abgefasst ist am 19. Dezember 1808 der Verkauf der "Burg" Wevelinghoven seitens des Grafen Emil-Friedrich von Bentheim-Tecklenburg an Gerhard Koch, Kaufhändler zu Wevelinghoven. Warum dieser oder seine Nachfolger die Gebäude westlich der Erft im Laufe der Zeit aufgaben und verfallen ließen, ist nicht mehr in den Bentheimer Archiven nachzulesen, dazu werden wir andere Quellen suchen müssen.

Unser Weg führt nun zum Rhein-Kreis Neuss Archiv mit den entsprechenden Fragestellungen. Ein erster Termin dazu ist noch im Dezember verabredet.

Im Findbuch zu den Forschungen zur Geschichte unserer Region in Westfälischen Adelsarchiven begegnen uns etliche Hinweise auf Burg/Schloß Lievendahl, später Wevelinghoven. Ein Inventarverzeichnis, Rechnungen zu Bauarbeiten, Beauftragung eines Baumeisters Pasqualini, Pacht-und Kaufverträge und noch vieles mehr müssen zugeordnet und interpretiert werden.

Sicher Informationen genug, fachmännischen Rat und Begleitung zu unseren Bemühungen einzuholen.

 

VERNETZEN... im St.-Martinus-Stift

Unseren Arbeitsimpuls "Vernetzen" konnten wir in diesem Jahr im St. Martinusstift umsetzen. Die erste Veranstaltung der 2016 folgenden Reihe "Klönen bei Kruchens" haben wir als Verein 2015 im Rahmen eines Tages der offenen Tür im St. Martinusstift durchgeführt. Die Kapelle war Veranstaltungsort. Schon damals tauchte der Gedanke auf, solche Veranstaltungen den Bewohnern im Stift über das Hausnetz auf den Bildschirmen zugänglich zu machen...

Diesen Plan berichteten wir in der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2016 den Mitgliedern. Nach Prüfung der technischen Machbarkeit und der zu erwartenden Kosten konnte die Finanzierung mit Hilfe einer Zuwendung der Sparkasse Neuss aus PS-Zweckertrag und einer weiteren auf das Ziel bezogenen Spende sichergestellt und der Auftrag erteilt werden.

Die technischen Einrichtungen für Aufnahmen beziehungsweise Übertragungen aus dem Bereich der Kapelle sind geschaffen und im November in Betrieb gegangen. In einem nächsten Schritt kann die Einbeziehung des Eingangsbereiches angegangen werden, um auch diesen mit dem Haus zu vernetzen.

Die Veranstaltungen "Klönen bei Kruchens" im Jahr 2016 hatten guten Zulauf. Aus unserem Austellungsbesuch "bös teutsch-bös evangelisch" ging am 12. Januar ein Abend mit dem Direktor des Museums Schloß Rheydt, Dr. Karl Heinz Wiegmann hervor und die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Dr. Barbara Schock-Werner entführte am 19. April in ihre Welt und Sicht derselben.

Zuletzt am 21. November waren 120 Besucher bei einem Abend "Klönen bei Kruchens" mit Willibert Pauels.

Der 2016 zum erstenmal im Foyer des St. Martinus-Stiftes durchgeführte Empfang des Bürgerschützenvereins Wevelinghoven zum Ehrenabend ist es gewiß wert, den Bewohnern des Hauses auch via Bildschirm angeboten zu werden. Interessante lokale Ereignisse live zu übertragen, das wäre doch was.

Wir werden berichten.

Theo Hoer