22 Dez

Weihnachtsgruss und Termine 2018

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins,

noch wenige Tage trennen uns vom Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel. 2018 ist nah und deshalb hier zunächst Termine für unsere Traditionsveranstaltungen (Bitte ganz schnell im Kalender markieren!):

  • Mittwoch, 25. April 2018: Jahreshauptversammlung mit Kassen- und Geschäftsbericht, sowie Rahmenprogramm „Über die Fluren“.
  • Samstag, 25. August 2018: „Auf den Spuren“ Excursion mit historischem Hintergrund.

Tagesordnungen beziehungsweise Programme folgen zeitnah.

Das Jahr 2017: 

„Über die Fluren“

Gut besucht ist am 29. März die Führung durch das Römische Lager Neuss-Castrum Novaesium mit Heinz Birkenheuer an seiner Rekonstruktion der zweiten Steinbauphase des Lagers. Spannende Geschichte stieg aus den großartigen Modellen, Heinz Birkenheuer hätte noch viel mehr zu erzählen gehabt. Wir müssten noch mal hin.

„Auf den Spuren“

Führt uns am 7.Oktober nach Brauweiler, fast vor die Haustür. Führungen in Abtei, Kirche und Gedenkstätte sind die beeindruckenden Programmpunkte dieser Excursion.

„Gegen die Ehefrau Josef Balzer, Maria geb. Behrens, geb. am 13.11.1899 zu Wevelinghofen, und ihre Tochter Elli Balzer, geb. am 9.6.1924 zu Ehrenfeld, wird Schutzhaft und Einweisung in ein KL (Konzentrationslager) beantragt. . . .“

Dieser Vermerk vom 9. Februar 1945 in der Gedenkstätte schafft die Beziehung zum Motto „Auf den Spuren“, Studiendirektor a.D. Josef Wißkirchen nimmt uns mit in erschütternde Schicksale und in eine bedrückende Zeit in unserer Heimat.

Motte im Zubend in Wevelinghoven

Die Markierung der Motte ist in 2017 etwas ins Stocken geraten, nun kann es weitergehen.

Im Laufe der Planung entstand die Idee, die Hinweistafel auf der Brücke am Klosterweg anzubringen. Dazu war behördliche Genehmigung bei der Stadt einzuholen. Diese liegt nun vor.

Die Trägerkonstruktion ist fachmännisch hergestellt, Texte und Bilder sind geschrieben und ausgewählt, die Gestaltung ist in der Endfassung. Hilfreich war in dieser Sache das Zusammenwirken mit dem St. Martinus Stift/Augustinus-Kliniken, dem damaligen Geschäftsführer Herrn Thilo Spychalski sowie jetzt mit Herrn Theo Sandkaulen.

Markierung „Schloß Wevelinghoven“

Über ein Gemälde von „Schloß Wevelinghoven“ haben wir 2016 im Anschluss an unsere Excursion nach Hohenlimburg berichtet.

Kleiner Tip für die Zweifler: Festschrift der Evangelischen Kirchengemeinde Wevelinghoven von Prof. Heiland „…und so wohne ich elendig ohne Hülf und Beistand“: Seite 75 Schloß Lievendal (Lauendal) im 16. Jhdt.(1536). 

Wir haben an anderer Stelle schon Hinweise gefunden, müssen aber noch mehr über dieses „Schloß“ in Erfahrung bringen, wenn wir eine informative Markierung gestalten wollen. Vielleicht berechtigen unsere Erkenntnisse dann zu der Frage, ob der heute sogenannte Stadtpark möglicherweise auch Schloßpark genannt werden könnte.

Übrigens gibt es Vermutungen, hier wäre die Keimzelle der Siedlung „Wevelinghoven“. Eine Aufgabe für 2018 und wahrscheinlich folgende Jahre.

Zukunft des Vereins Historisches Wevelinghoven e.V.

Auf ein Denkmal aufmerksam zu machen und es vor dem völligen Untergang zu retten, das war 2005 die bei jungen Wevelinghovenern am Osterfeuer entstandene Idee, welche zur Gründung unseres Vereins führte.

Die Aufmerksamkeit in und um Wevelinghoven und in Stadt, Kreis und Bistum auf das Alte Pastorat zu lenken, ist dem Verein Historisches Wevelinghoven e.V. gelungen.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung um St. Martinus und die Kruchen-Stiftung mit dem heutigen St. Martinus-Stift ist das Denkmal „Altes Pastorat“ für die Zukunft der Gemeinde vielleicht bedeutsamer als auf den ersten Blick erkennbar.

Mit jedem neuen Tag wächst die Menge an Vergangenheit, ob damit die Menge an Zukunft abnimmt, ist unbewiesen. Aus dem Erlebten leiten wir Erkenntnisse ab.

Erlebtes, wenn es Freude bereitet hat und eindrucksvoll war, kann als Ritual, so zum Beispiel als Brauchtum bewahrt werden.

Lebendig bleibt Erlebtes, wenn es Erinnerung prägt und zum Vergleich, zur Bewertung oder auch zu Begeisterung oder Ablehnung bewegt.

Beschäftigung mit Vergangenheit beziehungsweise Geschichte macht Sinn, wenn wir Antworten auf Fragen unserer Zukunft suchen.

Wir machen daher keinen Fehler, die Vergangenheit unseres Ortes zu erinnern und, wenn es Sinn macht, zu markieren.

Auf Erinnern-Markieren-Vernetzten begründen wir den Sinn unserer Aktivitäten und damit unseres Vereins. Vielleicht schauen wir uns alle mal um, ob im Familien- oder Freundeskreis noch Frauen oder Männer zum Mitmachen und damit zur Mitgliedschaft im Historischen Wevelinghoven e.V. bewegt werden können. Das wäre auch ein Ziel für 2018. Die Beitrittserklärung kann entweder als PDF runtergeladen oder schnell und einfach hier ausgefüllt werden.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2018 wünscht Ihnen gemeinsam mit

Nikolai Dohlen, Armin Mohren und Magda Hoer

Ihr Theo Hoer Bm a.D.
Vorsitzender

 

23 Okt

Auf den Spuren… 2017 nach Pulheim-Brauweiler

 

Exkursion am Samstag, den 7. Oktober 2017 zur
Abtei Brauweiler und zur „Gedenkstätte“

Zwanzig Meter über der Mittelterrasse in der Rheinischen Bucht grüßt der romanische Monumentalbau St. Nikolaus und St. Medardus in Brauweiler. Hofgut der Pfalzgrafen von Lothringen ist schon vor der Klostergründung dieser besondere Platz.

Vor 1000 Jahren begegnen wir hier Ezzo-Ehrenfried-, Pfalzgraf von Lothringen, seiner Gemahlin Mathilda, deren Kindern Richezza, später Königin von Polen und Hermann II, später Erzbischof von Köln und Kanzler des Kaisers sowie dem Reformabt Poppo von Stablo (Stavelot)-Malmedy und St. Maximin in Trier.

Am 7. Oktober 2017 kommt der Verein Historisches Wevelinghoven auf seiner Exkursion „Auf den Spuren…“ auch hierher. Eigentlich eine Halbtagesfahrt, verdichten sich die Führungen durch Abtei und Kirche sowie durch die Gedenkstätte letztlich zu einer Fülle von Eindrücken und Informationen, so dass die abschließende Einkehr auf dem Millianshof in Rheidt an der B 477 zu einer hochwillkommenen Verschnaufpause wird.

Zur Erinnerung hier noch einmal im Schnelldurchgang:

Pfalzgraf Ezzo bringt das Hofgut Brauweiler 991 bei der Hochzeit mit Mathilda, Tochter von Kaiser Otto II und der Byzantinerin Theophanu, seiner Frau als „Morgengabe“.

Zur Ausstattung eines fürstlichen Hauses gehört damals der Vollzug einer geistlichen Stiftung. Dem folgend gründet das Ehepaar 1024 die Abtei Brauweiler. Die Beteiligung des berühmten Reformabtes Poppo von Stablo-Malmedy sollte ein nach der von Cluny in Burgund ausgegangenen Klosterreform mustergültiges Klosterleben gewährleisten.

Allerdings darf man annehmen, dass die Wahl des Klosterstandortes wohl auch strategische Bedeutung als Abgrenzung zum Herrschaftsbereich der Erzbischöfe von Köln hatte. Zwar ist man mit diesen -siehe Hermann II- auch schon mal verwandt, aber der Erzbischof ist auch Landesherr in seinem Gebiet mit bekanntlich fortdauernden Expansionsgelüsten und somit muss der Pfalzgraf von Lothringen auch seine Rolle als Landesherr in Sichtweite von Köln in seine Entscheidungen einbringen.

Das, finde ich, illustriert folgende Geschichte ganz gut:

Königin Richezza kommt 1036 nach dem Tod ihres Gatten, des polnischen Königs Miezko II in ihre Heimat zurück. Sie gelobt nach dem Tod ihres Bruders, Herzog Otto von Schwaben, 1047 den Bau einer neuen und prächtigen Klosterkirche als Grabkirche für ihre Familie und für sich selbst. Dem Kloster überschreibt sie zur wirtschaftlichen Nutzung das Reichsgut Klotten an der Mosel.

Die Krypta, baugleich mit der von St. Maria im Kapitol in Köln, wird 1051 von Bischof Robert von Münster konsekriert, dieser tut dies in Vertretung von Richezzas Bruder Erzbischof Hermann II von Köln.

1061 konsekriert Erzbischof Anno II von Köln gemeinsam mit Bischof Egilbert von Minden offensichtlich Teile der Oberkirche im Beisein der Stifterin. Richezza stirbt 1063 in Saalfeld. Entgegen ihrem verbrieften Wunsch wird Richezza auf Geheiß Erzbischof Anno II nicht in Brauweiler sondern in seiner eigenen Stiftung St. Maria ad Gradus in Köln beigesetzt.

Die Einnahmen aus dem Reichsgut Klotten stehen nach Meinung des Erzbischofs somit nicht mehr Brauweiler sondern seiner Stiftung zu. Erst nach langjährigem Rechtsstreit kann Abt Wolfhelm das Moselgut Klotten zurückholen. Richezza ruht heute im Kölner Dom.

Fast 800 Jahre lang ist die Abtei Brauweiler ein bedeutsamer Ort geistigen Schaffens aber auch des Ordnens, Kultivierens und Bewirtschaftens eines ansehnlichen Gebietes sowie zeitweise umfangreichen Besitzes anderenorts.

Eine besondere Überraschung erleben wir im nördlichen Seitenschiff der ehemaligen Abteikirche St. Nikolaus. In einem vom Dansweiler Künstler Franz Pauli entworfenen Fenster mit der alttestamentarischen Geschichte von „Daniel in der Löwengrube“ trägt Daniel unverkennbar die Gesichtszüge von Konrad Adenauer und in dem Fensterbogen über ihm ist Adolf Hitler zu erkennen, an der Stelle, an der man gemäß Bibel den König Darius erwarten würde.

Zwei Monate lang – von September bis November 1944 – waren Kölns früherer Oberbürgermeister und seine Frau Auguste-Gussie-Adenauer in dem damaligen Gefängnis der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) inhaftiert.

Gemeinsam mit Jakob Dahmen, einem ehemaligen Wärter der Arbeitsanstalt Brauweiler, stiftete Adenauer diese Fenster nach dem Entwurf von Franz Pauli Anfang der sechziger Jahre. Ein letzter Eindruck von Abtei und Kirche in einem Kirchenfenster verbindet mit dem nun folgenden Besuch der

 

GEDENKSTÄTTE BRAUWEILER

Im Zuge der französischen Besetzung erfolgte 1802 mit der Säkularisierung die Aufhebung des Klosters Brauweiler. Die Abteikirche kann vor dem Abbruch gerettet werden und wird katholische Pfarrkirche. Die Abteigebäude werden nach einem napoleonischen Gesetz ab 1811 als „Bettlerdepot“ und ab 1815 durch die preußische Regierung als Arbeitsanstalt genutzt.

1920 werden „Bewahrungshaus“ und „Zellengebäude“ an die Kölner Justizverwaltung vermietet, 1933 dienen die Gebäude 12 Monate als Konzentrationslager, später als Gefängnis der Kölner Gestapo. Diese letztgenannte Zeit ist dokumentiert in der Gedenkstätte Brauweiler.

Hermann Daners und Josef Wißkirchen haben Dokumente dazu zusammengetragen und informieren neben schriftlichen Veröffentlichungen in einer 2008 eröffneten Dauerausstellung über Geschehnisse von 1933-1945. Der Ausstellungsort im Kellergeschoß des sogenannten „Frauenhauses“ der ehemaligen Arbeitsanstalt Brauweiler ist nun eine Gedenkstätte. Zwei Zellenräume sind weitgehend im Originalzustand erhalten und bilden heute den Kern der Ausstellung.

Wir erleben einen spannenden und bedrückenden Rückblick in die jüngere Geschichte unserer Heimat mit Josef Wißkirchen, einigen noch bekannt als Studiendirektor unseres Erasmus-Gymnasiums. Er geht auch auf das Schicksal der Familie Balzer aus Köln ein.

Eine Karteikarte von Balzer, Maria, geb Behrens, geb. 13.11.1899 in Wevelinghoven hatte übrigens auch dazu geführt, Brauweiler unter unserem bisherigen Excursionsmotto „Auf den Spuren…“ zu besuchen.

Maria Behrens war verheiratet mit dem angesehenen Lebensmittelhändler Hans Balzer aus Ehrenfeld. Deren Sohn Hans Josef Balzer, geb. 29.01.1928, war bereits als Jugendlicher straffällig geworden und wurde am 8.Oktober 1944 von der Gestapo auf der Flucht erschossen. Am selben Tag nahm die Gestapo die Eltern Josef und Maria Balzer und die zwanzigjährige Tochter in Haft, der vierjährige Sohn kam ins Köln-Sülzer Waisenhaus.

Josef Balzer starb nach dem 11. Dezember 1944 wegen einer unbehandelten Wundrose im Augusta-Hospital in Köln Sülz. Anfang Februar 1945 sollten Maria Balzer und ihre Tochter in ein Konzentrationslager eingewiesen werden. Dazu kam es nicht mehr, am 15. Februar 1945 verließ die Gestapo Brauweiler, so kamen Mutter und Tochter frei.

Auf der Webseite der Abtei Brauweiler gelangt man zu umfangreichen Informationen und zu einem von Daners und Wißkirchen erarbeiteten „Gedenkbuch“, in welchem auch den Einzelschicksalen nachgegangen wird.

1945-1949 befindet sich in der Abtei ein offenes Lager der britischen Armee, 1954 wird die Abtei im Landschaftsverband Rheinland (LVR) in die kommunale Verwaltung übernommen und zwischen 1954 und 1978 werden hier psychisch kranke, alkohol- und drogenabhängige Menschen behandelt.

Der Name der bekannten Abtei verliert sich durch die Folgenutzungen letztlich negativ besetzt fast im Irrealen. Willy Millowitschs Empfehlung „Ab nach Brauweiler“ sorgt im Lustspiel „Der Etappenhase“ beim Publikum der 60er Jahre noch für ausgelassenes Gelächter. Heute wird die Nutzung durch den Landschaftsverband Rheinland der historischen und aktuellen Bedeutung des Ortes gerecht.

Text: Theo Hoer

 

11 Sep

Exkursion am 7. Oktober in die Abtei Brauweiler

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Interessenten,

wie angekündigt besuchen wir am Samstag, den 7. Oktober 2017 die Abtei Brauweiler. Hier die Details zum Ablauf:

11:15 Uhr:  Abfahrt ab Wevelinghoven Marktplatz – Seite Oststraße
12:00 Uhr: 
Führung durch die Kirche und die Abtei mit Herrn Dieker
13:45 Uhr:
  Führung durch die Gedenkstätte mit Studiendirektor i.R. Josef Wißkirchen, ehemals Erasmus-Gymnasium
Zum Abschuß Austausch und Erholung bei Kaffee und Kuchen (eigene Rechnung).
17:00 Uhr:  Ankunft Wevelinghoven Marktplatz

Übrigens sind im Bus noch einige Plätze frei. Der Teilnehmerpreis für Fahrt, Führungen, Eintritt und Tips beträgt € 20,- für Mitglieder unseres Vereins, Gäste zahlen € 22,-.

Kurzentschlossene melden sich bitte durch Überweisung des entsprechenden Betrages unter Betreff „Exkursion Brauweiler“ auf das Konto unseres Vereins mit der IBAN DE82 3055 0000 0093 1369 01 oder auch fernmündlich unter 02181 74202 Theo und Magda Hoer.

Umfangreiche Informationen über diesen geschichtsträchtigen Ort und den Zusammenhang mit unserem Programm „Auf den Spuren“ hatten wir bereits in unserem letzten Weihnachtsgruss hier veröffentlicht.

Mit herzlichen Grüßen
Theo Hoer Bm. a. D.
Vorsitzender

 

25 Aug

Besichtigung des Epanchoirs in Neuss am 15. Sept. 2017

Der Kreisheimatbund Neuss lädt seine Mitglieder – und damit sind natürlich auch die Mitglieder des Historischen Wevelinghoven e.V. gemeint – herzlich ein zur

Besichtigung des Epanchoirs in Neuss.
Führung mit Klaus Karl Kaster, Freunde und Förderer des historischen Nordkanals in Neuss e.V.

am Freitag, den 15. September 2017, ab 17.00 Uhr.

Das 1809 auf Befehl von Kaiser Napoleon gebaute Wasserkreuzungsbauwerk an der Schnittstellte von Obererft und Nordkanal wurde in den letzten Jahren aufwändig wiederhergestellt und ist jetzt als markantes Element im Neusser Stadtbild neu erlebbar.

Treffpunkt: Nordkanalallee vor dem Haupteingang der St. Alexius-/St. Josefklinik in 41460 Neuss.

Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.

Zum Einlesen empfehlen wir die Webseite des Fördervereins (www.epanchoir.de) und die von der Stadt Neuss herausgegebene und interessante Broschüre (hier als PDF abrufbar).

(Fotonachweis: Käthe und Bernd Limburg, www.limburg-bernd.de,
Lizenz: Creative Commons BY-SA-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de).

 

29 Jun

Exkursion des Kreisheimatbundes am 15. Juli 2017

Bildquelle: Wikipedia.

Der Kreisheimatbund Neuss lädt seine Mitglieder – und damit sind natürlich auch die Mitglieder des Historischen Wevelinghoven e.V. gemeint – herzlich ein zur

Bus-Exkursion zum ehemaligen Zisterzienserkloster Heisterbach
und zur Ausstellung „Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster“
im LVR-Landesmuseum Bonn

am Samstag, 15. Juli 2017, 9.00 Uhr bis ca. 17.30 Uhr.

Abfahrten des Busses:
9.00 Uhr Parkplatz an der Eissporthalle am Südpark, Jakob-Koch-Straße 1, Neuss
9.30 Uhr Parkplatz am Friedhof, Matthias-Giesen-Straße, Dormagen

Der Zisterzienserorden war im hohen Mittelalter in kultureller, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht einer der mächtigsten Verbände der Christenheit. Wir besichtigen zunächst die Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosters Heisterbach sowie die sie umgebende „Klosterlandschaft“ und werden nach einem Mittagsimbiss im Museumsrestaurant (13.00 Uhr) durch die Ausstellung im Bonner Landesmuseum (14.00 Uhr) geführt.

Mit über 200 kostbaren Ausstellungsobjekten aus ganz Europa erzählt sie die mittelalterliche Erfolgsgeschichte dieses außergewöhnlichen Ordens. Die Ausstellung zeigt nicht nur die Lebenswelt der Mönche und Nonnen, sondern auch das nicht immer einfache Verhältnis zu ihrer Umwelt und zu den weltlichen Herrschern.

Die Exkursion wird fachlich begleitet von unserem Beiratsmitglied Georg Mölich, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte.

Die Teilnahmegebühr beträgt 20,- Euro pro Person. Sie umfasst die Busfahrt sowie die Kosten für Eintritte und Führungen. Der Betrag wird im Bus bar eingesammelt.

Für das Mittagessen wird im Bus eine Speisekarte umgehen, aus der individuell bestellt werden kann. Die Kosten für das Mittagessen sind in der Teilnahmegebühr nicht enthalten.

Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 25 Personen. Die Geschäftsstelle des Kreisheimatbundes bittet um eine verbindliche Anmeldung bis zum 7. Juli 2017 per Mail, Telefon oder Fax (siehe unten). Geben Sie dabei bitte Ihre Telefonnummer bzw. Ihre E-Mail-Adresse an, damit Sie frühzeitig informiert werden können, falls die Fahrt wider Erwarten nicht stattfinden kann.

Mit freundlichen Grüssen
Der Vorstand
Kreisheimatbund Neuss e.V.
Geschäftsstelle: Schlossstr. 1, 41541 Dormagen-Zons
Telefon: 02133/530210
Fax: 02133/5302291
E-Mail: kreisarchiv@rhein-kreis-neuss.de

 

07 Apr

Über die Fluren – Castrum Novaesium – März 2017

 

Beeindruckend ist die Inszenierung des Untergegangenen in einem Architekturmodell beachtlichen Ausmaßes. Viel zu schnell vergeht die Zeit mit Heinz Birkenheuer am 29. März 2017 an seiner Rekonstruktion der zweiten Steinbauphase des Neusser Legionslagers. Erfreulich das Interesse der Mitglieder, 23 Damen und Herren sind dabei, der Ausstellungsraum ist ausgelastet.

Heinz Birkenheuer erzählt Alltag am Rhein vor 2.000 Jahren. Wir machen uns mit den römischen Truppen auf den Weg von Trier durch die Eifel an den Niederrhein, befinden uns mit den Legionären im Dreischichtbetrieb bei „Feindeinwirkung“, legen systematisch in streng geordneter und geübter Weise Lager für die Nacht und auch für längere Zeit an.

Immer im Auge haben wir die verschiedenen Modelle der um die Zeitenwende hier am Rhein errichteten, umgebauten, abgebauten, zerstörten und wieder aufgebauten Lager mit unterschiedlichen Funktionen.

Das Reiterlager, das erste römische Feldlager, das während des Bataveraufstandes (69 n. Chr.) zerstörte und von der aus Spanien herbeigeführten VI. Legion wieder aufgebaute Legionslager.

600 mal 450 Meter und somit 27 Hektar groß beherbergte der Standort etwa 7.500 Menschen im eigentlichen Legionslager und mit allen Hilfstruppen in Lagervorstadt und umliegender Landwirtschaft zusammen wohl an die 10.000.

Dieses Neusser Legionslager der ersten und zweiten Steinbauphase wird von 1886 bis 1900 durch entsprechende Grabungen unter Leitung des Archäologen Dr. Constantin Koenen in einer bisher in Europa nicht erfolgten Vollständigkeit dokumentiert.

 

Grundriss des Legionslagers Novaesium – Grabungsbefunde des „Koenenlagers“ (1887-1900) – Bildquelle: Wikipedia.

 

50.000 Kubikmeter Erde bewegt das Grabungsteam von Hand in 14 Jahren.

Das heute vollständig überbaute Grabungsgelände wird dabei so genau dokumentiert, daß ein Architekturmodell im Maßstab 1:200 in jahrelanger Arbeit hergestellt werden kann.

Heinz Birkenheuer beginnt damit 1986.

Und genau so spannend wie seine Erzählungen zum Lagerleben und Lagerbau ist auch die Geschichte zur Entstehung und Entwicklung des Architekturmodells, an dem er in den letzten Jahren gemeinsam mit dem kürzlich verstorbenen Lothar Kirchmeyer gearbeitet hat und nun wieder alleine weiterarbeitet.

Wir erfahren dazu erst mehr, nachdem wir durch die Porta Praetoria zur Principia an der Via Principalis, zum Praetorium, zur Lagertherme, zu den Wohnbereichen der Tribunen und des Praefectus Castorium, den Reiterkasernen und den Kasernen der römischen Fusstruppen und noch viel mehr gegangen sind und neugierig nach der Entstehung und auch der Zukunft der Modelle des Castrum Novaesium fragen.

Das nach seinem Erforscher benannte sogenannte Koenen-Lager ist dem Auge des Betrachters verborgen, das Modell erweckt Verschwundenes zum Leben, macht es richtig spannend, Geschichte in unserer Heimat zu begegnen. 2002 war das Modell im Museum Villa Erckens in Grevenbroich. Museumsleiter Dr. Bodo Schwalm entwickelte damals die heutige Darstellungsform mit dem Grundriß von Constantin Koenen unter den auf Accrylglassäulen aufgeständerten detailgetreuen Modellen von Heinz Birkenheuer.

Unser Dank an Heinz Birkenheuer ist nicht der Höflichkeit geschuldet sondern kommt aus vollem Herzen.

Unter www.castrum-novaesium.de und www.roemische-garnison-novaesium.de  nachzuschauen dürfte sich lohnen.

Theo Hoer Bm. a.D.
Vorsitzender

 

11 Dez

Weihnachtsgruss und Termine 2017

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins,

für den Terminkalender 2017 hier schon heute die vorbereiteten Termine:

„Über die Fluren“ am Mittwoch, den 29. März 2017
Castrum Novaesium – Das Neusser Legionslager in der zweiten Steinbauphase 80 bis 103 n.Chr.

Das von der XVI. und VI. römischen Legion an der Erftmündung errichtete Lager mit einer Ausdehnung von 600 mal 450  Metern entsprechend einer Fläche von 27 Hektar beherbergte zeitweise mit allen Hilfstruppen bis zu 10.000 Mann.

Heinz Birkenheuer aus Wevelinghoven hat es mit Lothar Kirchmeyer auf der Grundlage der von Constantin Coenen 1877 entdeckten Anzeichen und der von 1886 bis 1900 unter seiner Leitung ausgeführten Grabungen maßstabgerecht rekonstruiert.

Heinz Birkenheuer entführt uns am 29. März über seine Modelle in die Zeit vor nahezu 2000 Jahren. Das war und ist ganz nah bei uns, und die Römerstrasse in Wevelinghoven weist uns auf kurzem Weg zur Erftmündung und zum heutigen Grimlinghausen.

17:15 Uhr Busabfahrt Marktplatz Seite Oststraße
18:00 Uhr Neuss-Humboldtstrasse 2, Tagungshotel der Deutschen Telekom

Um 20:00 Uhr sind wir zurück in Wevelinghoven zur

Jahreshauptversammlung 2017.

Die Einladung und Tagesordnung folgen.

„Auf den Spuren“ am Samstag, den 07. Oktober 2017

„Josef Balzer, Maria, geb.Behrens, geb. 13.11.1899 in Wevelinghoven“ – eine Karteikarte, ein Schicksal begegnet uns in der Gedenkstätte in der ehemaligen Abtei Brauweiler.

Auch das kann „auf den Spuren“ bedeuten.

Die 1024 gegründete Benediktinerabei Brauweiler hatte eine bedeutsame Stellung in unserer Region und im Reich. Schon im 19. Jahrhundert nach Auflösung der Abtei Disziplinierungsanstalt für Bettler, Landstreicher, Prostituierte, entmündigte Alkoholiker, wird hier in nationalsozialistischer Zeit ein frühes „Konzentrationslager“ eingerichtet und werden im September 1944 zahlreiche Anstaltsinsassen in Vernichtungslager überstellt.

Konrad Adenauer ist hier mit seiner Frau Gussie im Herbst 1944 Häftling der Gestapo.

Mit Studiendirektor i.R. Josef Wißkirchen, ehemals Lehrer am Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich, haben wir eine Führung um

12:00 Uhr in der Abteikirche St. Nikolaus und im Abteigebäude, und um
13:45 Uhr eine Führung durch die Gedenkstätte.
15:00 Uhr Zeit für Kaffee und Kuchen und Gespräche
17:00 Uhr Ankunft Wevelinghoven

Für Über die Fluren (Castrum Novaesium – Das Neusser Legionslager) und Auf den Spuren (Josef Balzer, Maria, geb.Behrens, geb. 13.11.1899 in Wevelinghoven) jetzt schon melden unter 02181 74202 Theo und Magda Hoer oder info@historisches-wevelinghoven.de.

Bitte beachten Sie: die Teilnehmerzahl ist auf maximal 24 Personen begrenzt!

Wir wünschen Ihnen, liebe Mitglieder und ihren Familien, eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2017.

Herzlich grüßt Ihr Vorstand

Theo Hoer, Vorsitzender
Nikolai Dohlen, 2. Vorsitzender
Armin Mohren, Geschäftsführer
Magda Hoer, Kassiererin