07 Apr

Über die Fluren — Castrum Novaesium — März 2017

 

Beeindruckend ist die Inszenierung des Untergegangenen in einem Architekturmodell beachtlichen Ausmaßes. Viel zu schnell vergeht die Zeit mit Heinz Birkenheuer am 29. März 2017 an seiner Rekonstruktion der zweiten Steinbauphase des Neusser Legionslagers. Erfreulich das Interesse der Mitglieder, 23 Damen und Herren sind dabei, der Ausstellungsraum ist ausgelastet.

Heinz Birkenheuer erzählt Alltag am Rhein vor 2.000 Jahren. Wir machen uns mit den römischen Truppen auf den Weg von Trier durch die Eifel an den Niederrhein, befinden uns mit den Legionären im Dreischichtbetrieb bei „Feindeinwirkung“, legen systematisch in streng geordneter und geübter Weise Lager für die Nacht und auch für längere Zeit an.

Immer im Auge haben wir die verschiedenen Modelle der um die Zeitenwende hier am Rhein errichteten, umgebauten, abgebauten, zerstörten und wieder aufgebauten Lager mit unterschiedlichen Funktionen.

Das Reiterlager, das erste römische Feldlager, das während des Bataveraufstandes (69 n. Chr.) zerstörte und von der aus Spanien herbeigeführten VI. Legion wieder aufgebaute Legionslager.

600 mal 450 Meter und somit 27 Hektar groß beherbergte der Standort etwa 7.500 Menschen im eigentlichen Legionslager und mit allen Hilfstruppen in Lagervorstadt und umliegender Landwirtschaft zusammen wohl an die 10.000.

Dieses Neusser Legionslager der ersten und zweiten Steinbauphase wird von 1886 bis 1900 durch entsprechende Grabungen unter Leitung des Archäologen Dr. Constantin Koenen in einer bisher in Europa nicht erfolgten Vollständigkeit dokumentiert.

 

Grundriss des Legionslagers Novaesium – Grabungsbefunde des „Koenenlagers“ (1887-1900) - Bildquelle: Wikipedia.

 

50.000 Kubikmeter Erde bewegt das Grabungsteam von Hand in 14 Jahren.

Das heute vollständig überbaute Grabungsgelände wird dabei so genau dokumentiert, daß ein Architekturmodell im Maßstab 1:200 in jahrelanger Arbeit hergestellt werden kann.

Heinz Birkenheuer beginnt damit 1986.

Und genau so spannend wie seine Erzählungen zum Lagerleben und Lagerbau ist auch die Geschichte zur Entstehung und Entwicklung des Architekturmodells, an dem er in den letzten Jahren gemeinsam mit dem kürzlich verstorbenen Lothar Kirchmeyer gearbeitet hat und nun wieder alleine weiterarbeitet.

Wir erfahren dazu erst mehr, nachdem wir durch die Porta Praetoria zur Principia an der Via Principalis, zum Praetorium, zur Lagertherme, zu den Wohnbereichen der Tribunen und des Praefectus Castorium, den Reiterkasernen und den Kasernen der römischen Fusstruppen und noch viel mehr gegangen sind und neugierig nach der Entstehung und auch der Zukunft der Modelle des Castrum Novaesium fragen.

Das nach seinem Erforscher benannte sogenannte Koenen-Lager ist dem Auge des Betrachters verborgen, das Modell erweckt Verschwundenes zum Leben, macht es richtig spannend, Geschichte in unserer Heimat zu begegnen. 2002 war das Modell im Museum Villa Erckens in Grevenbroich. Museumsleiter Dr. Bodo Schwalm entwickelte damals die heutige Darstellungsform mit dem Grundriß von Constantin Koenen unter den auf Accrylglassäulen aufgeständerten detailgetreuen Modellen von Heinz Birkenheuer.

Unser Dank an Heinz Birkenheuer ist nicht der Höflichkeit geschuldet sondern kommt aus vollem Herzen.

Unter www.castrum-novaesium.de und www.roemische-garnison-novaesium.de  nachzuschauen dürfte sich lohnen.

Theo Hoer Bm. a.D.
Vorsitzender

 

11 Dez

Weihnachtsgruss und Termine 2017

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins,

für den Terminkalender 2017 hier schon heute die vorbereiteten Termine:

"Über die Fluren" am Mittwoch, den 29. März 2017
Castrum Novaesium - Das Neusser Legionslager in der zweiten Steinbauphase 80 bis 103 n.Chr.

Das von der XVI. und VI. römischen Legion an der Erftmündung errichtete Lager mit einer Ausdehnung von 600 mal 450  Metern entsprechend einer Fläche von 27 Hektar beherbergte zeitweise mit allen Hilfstruppen bis zu 10.000 Mann.

Heinz Birkenheuer aus Wevelinghoven hat es mit Lothar Kirchmeyer auf der Grundlage der von Constantin Coenen 1877 entdeckten Anzeichen und der von 1886 bis 1900 unter seiner Leitung ausgeführten Grabungen maßstabgerecht rekonstruiert.

Heinz Birkenheuer entführt uns am 29. März über seine Modelle in die Zeit vor nahezu 2000 Jahren. Das war und ist ganz nah bei uns, und die Römerstrasse in Wevelinghoven weist uns auf kurzem Weg zur Erftmündung und zum heutigen Grimlinghausen.

17:15 Uhr Busabfahrt Marktplatz Seite Oststraße
18:00 Uhr Neuss-Humboldtstrasse 2, Tagungshotel der Deutschen Telekom

Um 20:00 Uhr sind wir zurück in Wevelinghoven zur

Jahreshauptversammlung 2017.

Die Einladung und Tagesordnung folgen.

"Auf den Spuren" am Samstag, den 07. Oktober 2017

"Josef Balzer, Maria, geb.Behrens, geb. 13.11.1899 in Wevelinghoven" – eine Karteikarte, ein Schicksal begegnet uns in der Gedenkstätte in der ehemaligen Abtei Brauweiler.

Auch das kann "auf den Spuren" bedeuten.

Die 1024 gegründete Benediktinerabei Brauweiler hatte eine bedeutsame Stellung in unserer Region und im Reich. Schon im 19. Jahrhundert nach Auflösung der Abtei Disziplinierungsanstalt für Bettler, Landstreicher, Prostituierte, entmündigte Alkoholiker, wird hier in nationalsozialistischer Zeit ein frühes "Konzentrationslager" eingerichtet und werden im September 1944 zahlreiche Anstaltsinsassen in Vernichtungslager überstellt.

Konrad Adenauer ist hier mit seiner Frau Gussie im Herbst 1944 Häftling der Gestapo.

Mit Studiendirektor i.R. Josef Wißkirchen, ehemals Lehrer am Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich, haben wir eine Führung um

12:00 Uhr in der Abteikirche St. Nikolaus und im Abteigebäude, und um
13:45 Uhr eine Führung durch die Gedenkstätte.
15:00 Uhr Zeit für Kaffee und Kuchen und Gespräche
17:00 Uhr Ankunft Wevelinghoven

Für Über die Fluren (Castrum Novaesium - Das Neusser Legionslager) und Auf den Spuren (Josef Balzer, Maria, geb.Behrens, geb. 13.11.1899 in Wevelinghoven) jetzt schon melden unter 02181 74202 Theo und Magda Hoer oder info@historisches-wevelinghoven.de.

Bitte beachten Sie: die Teilnehmerzahl ist auf maximal 24 Personen begrenzt!

Wir wünschen Ihnen, liebe Mitglieder und ihren Familien, eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2017.

Herzlich grüßt Ihr Vorstand

Theo Hoer, Vorsitzender
Nikolai Dohlen, 2. Vorsitzender
Armin Mohren, Geschäftsführer
Magda Hoer, Kassiererin

11 Dez

Historisches Wevelinghoven e.V. 2016 im Rückblick

ERINNERN-MARKIEREN-VERNETZEN...

bleibt auch in der Rückschau auf das zu Ende gehende Jahr Impuls unserer Aktivitäten. Die ohne Zweifel bedeutsamste Nachricht erreichte uns mit Pastorat 09. Die Rettung des zusehends verfallenden Alten Pastorates, 2005 am Osterfeuer noch ein Traum, ist nun Realität.

Die aktuelle Ausgabe der Schriftenreihe PASTORAT, die wir seit Beginn begleiten und unterstützen, teilt uns in Text und Bild mit: Der Erhalt des Alten Pastorats ist gesichert, es wird Bestandteil des neuen Pfarrzentrums der Katholischen Kirchengemeinde St. Martinus.

Der Traum am Osterfeuer 2005 hat seinerzeit umgehend zur Gründung des Vereins Historisches Wevelinghoven e.V. geführt. Mit seinen Aktivitäten das Augenmerk der Öffentlichkeit und dann auch der Entscheider auf den historischen Schatz an der Erft in Wevelinghoven gelenkt zu haben, darf der Verein Historisches Wevelinghoven in aller Bescheidenheit für sich in Anspruch nehmen.

Als "Geschenk der Geschichte" bezeichnet Dipl.-Ing. Architekt Klaus Knevels in seinem Beitrag „Erzwungene Ökumene" in Pastorat 09 respektvoll und begeistert das alte Haus und begrüßt die Entscheidung der Kirchengemeinde, "dieses Haus . . ., als Teil des neuen Pfarrzentrums zu erhalten und zu revitalisieren".

Dem schließen wir uns ohne Einschränkung an. Wir freuen uns mit der Katholischen Pfarrgemeinde St. Martinus und für Wevelinghoven, wenn hier an der Unterstrasse eine weitere für alle offene Einrichtung entsteht, wie wir sie mit dem Pastor-Dehnert-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde am Hemmerdener Weg nun seit Jahren kennen.

 

ERINNERN... vor 4 Jahren

1653 - diese Jahreszahl findet man auf dem Schlussstein in einem gut erhaltenen Kaminsims im Alten Pastorat in Wevelinghoven. Das erstaunlich große Gebäude, bereits seit über 150 Jahre nicht mehr als Pastorat genutzt, ist erst in den letzten Jahren wieder in das Blickfeld gekommen. Jahrzehntelang ohne besondere Nutzung, versteckt hinter einer großen Mauer an der Unterstraße, war der bauliche Verfall fast Programm.

Dies zu verhindern war die Absicht von jungen Leuten, die in einer Osternacht am Feuer im Pfarrgarten den Plan schmiedeten, zu diesem Zweck einen Verein zu gründen. Das wurde 2005 mit der Gründung des Vereins Historisches Wevelinghoven e.V. in die Tat umgesetzt.

Mit der Teilnahme an Tagen des Offenen Denkmals, Ständen auf dem Maimarkt, Vorträgen und Veröffentlichungen konnte als erstes Teilziel die Aufmerksamkeit zunächst der Wevelinghovener erzeugt werden.

Heute zeichnet sich mit der geplanten Errichtung eines neuen Pfarrzentrums der Kirchengemeinde St. Martinus in Wevelinghoven bereits eine Nutzungsmöglichkeit ab, die die entstehenden Kosten vertretbar erscheinen lässt. Erste konkrete bauliche Sicherungsmaßnahmen im Bereich der Fundamente, der tragenden Wände und des Dachstuhls wurden nach umfangreichen Untersuchungen durchgeführt.

Das Haus ist wieder begehbar und am Tag des Offenen Denkmals im September 2012 konnte Architekt Klaus Knevels eine große und sehr interessierte Besuchergruppe durch alle Räume bis auf den Dachstuhl führen. Das ist ein großer Schritt nach vorne.

Noch im Sommer 2011 schloss Vereinsvorsitzender Bürgermeister a. D. Theo Hoer Überlegungen zur Jahreszahl 1653 und zur Frage, wer denn nun eigentlich das Alte Pastorat errichtet hat mit der Feststellung:

„Eine gemeinsame Baumaßnahme (Protestanten und Catholiken) während Zeiten simultaner Nutzung darf in relativ gesicherter Kenntnis der Beziehungen der Konfessionen zur damaligen Zeit als unmöglich angenommen werden. Die Kernaufgabe ist jedoch nicht, den oder die Erbauer zu finden, sonder das vor mehr als 350 Jahren errichtete Baudenkmal zu sichern und vor dem Untergang zu bewahren.“

Die aktuelle Entwicklung ist ein Glücksfall, vielleicht sogar mehr als das und ist für Wevelinghoven auch ein ökumenischer Auftrag.

 

MARKIEREN... Wie ist das Schloß verschwunden?

Ein überwachsener und baumbestandener unregelmäßiger Hügel auf der heutigen Insel im Stadtpark zu Wevelinghoven ist ganz unaufgeregt und schlicht mit der Bezeichnung "Wüstung" als Bodendenkmal in die Denkmalliste der Stadt Grevenbroich eingetragen. Dafür, daß wir hier keine natürliche Erhebung vor uns haben, liegen uns etliche Dokumente aus der Geschichte vor.

Die ganz große Überraschung jedoch ist das Gemälde "Schloß Wevelinghoven", welches wir auf den Spuren am 3. September auf Schloß Hohenlimburg entdeckten. Der eine oder andere Mitreisende wollte kaum glauben, daß solch ein offensichtlich recht ansehnliches und umfangreiches Gebäude hier in Wevelinghoven gestanden haben soll und erste Interpretationsversuche machten die Runde.

Nun ist es so, daß auf Schloß Hohenlimburg neben dem Gemälde von Schloß Wevelinghoven auch Gemälde von anderen Schlössern der Grafen von Bentheim zu sehen sind und diese historischen Anlagen wie Schloß Rheda oder Hohenlimburg fast 1 zu 1 noch existieren. Ein Vergleich zwischen Gemälden und Wirklichkeit gibt keine Hinweise auf Übertreibungen oder besondere Überhöhungen oder darstellerische Tricks. Warum sollte der Maler oder die Werkstatt da bei Wevelinghoven eine Ausnahme gemacht haben? Auch die uns bekannten Grundrisse aus früheren Zeiten lassen durchaus den Schluß auf eine bemerkenswerte Anlage zu.

"Schloß Wevelinghoven" dürfte als Bezeichnung erst zur Zeit der Regentschaft der Grafen von Bentheim für das vorher als "Lievendahl" bekannte Anwesen aufgekommen sein. Wir wollen doch ein wenig mehr wissen und meinen, das verschwundene Schloß und seine Geschichte sind es wert, näher untersucht zu werden.

1670 bis 1685 trafen sich hier die Mitglieder der Reformierten Gemeinde Wevelinghoven zu ihren Gottesdiensten und Versammlungen. Der baulich schlechte Zustand wird übrigens damals nachdrücklich erwähnt mit der Bitte um Abhilfe an die Herren von Wevelinghoven, die Grafen von Bentheim.

In französischer Sprache abgefasst ist am 19. Dezember 1808 der Verkauf der "Burg" Wevelinghoven seitens des Grafen Emil-Friedrich von Bentheim-Tecklenburg an Gerhard Koch, Kaufhändler zu Wevelinghoven. Warum dieser oder seine Nachfolger die Gebäude westlich der Erft im Laufe der Zeit aufgaben und verfallen ließen, ist nicht mehr in den Bentheimer Archiven nachzulesen, dazu werden wir andere Quellen suchen müssen.

Unser Weg führt nun zum Rhein-Kreis Neuss Archiv mit den entsprechenden Fragestellungen. Ein erster Termin dazu ist noch im Dezember verabredet.

Im Findbuch zu den Forschungen zur Geschichte unserer Region in Westfälischen Adelsarchiven begegnen uns etliche Hinweise auf Burg/Schloß Lievendahl, später Wevelinghoven. Ein Inventarverzeichnis, Rechnungen zu Bauarbeiten, Beauftragung eines Baumeisters Pasqualini, Pacht-und Kaufverträge und noch vieles mehr müssen zugeordnet und interpretiert werden.

Sicher Informationen genug, fachmännischen Rat und Begleitung zu unseren Bemühungen einzuholen.

 

VERNETZEN... im St.-Martinus-Stift

Unseren Arbeitsimpuls "Vernetzen" konnten wir in diesem Jahr im St. Martinusstift umsetzen. Die erste Veranstaltung der 2016 folgenden Reihe "Klönen bei Kruchens" haben wir als Verein 2015 im Rahmen eines Tages der offenen Tür im St. Martinusstift durchgeführt. Die Kapelle war Veranstaltungsort. Schon damals tauchte der Gedanke auf, solche Veranstaltungen den Bewohnern im Stift über das Hausnetz auf den Bildschirmen zugänglich zu machen...

Diesen Plan berichteten wir in der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2016 den Mitgliedern. Nach Prüfung der technischen Machbarkeit und der zu erwartenden Kosten konnte die Finanzierung mit Hilfe einer Zuwendung der Sparkasse Neuss aus PS-Zweckertrag und einer weiteren auf das Ziel bezogenen Spende sichergestellt und der Auftrag erteilt werden.

Die technischen Einrichtungen für Aufnahmen beziehungsweise Übertragungen aus dem Bereich der Kapelle sind geschaffen und im November in Betrieb gegangen. In einem nächsten Schritt kann die Einbeziehung des Eingangsbereiches angegangen werden, um auch diesen mit dem Haus zu vernetzen.

Die Veranstaltungen "Klönen bei Kruchens" im Jahr 2016 hatten guten Zulauf. Aus unserem Austellungsbesuch "bös teutsch-bös evangelisch" ging am 12. Januar ein Abend mit dem Direktor des Museums Schloß Rheydt, Dr. Karl Heinz Wiegmann hervor und die ehemalige Kölner Dombaumeisterin Dr. Barbara Schock-Werner entführte am 19. April in ihre Welt und Sicht derselben.

Zuletzt am 21. November waren 120 Besucher bei einem Abend "Klönen bei Kruchens" mit Willibert Pauels.

Der 2016 zum erstenmal im Foyer des St. Martinus-Stiftes durchgeführte Empfang des Bürgerschützenvereins Wevelinghoven zum Ehrenabend ist es gewiß wert, den Bewohnern des Hauses auch via Bildschirm angeboten zu werden. Interessante lokale Ereignisse live zu übertragen, das wäre doch was.

Wir werden berichten.

Theo Hoer

20 Sep

Auf den Spuren 2016

 

„Ein Bild von Schloß Wevelinghoven auf Schloß Hohenlimburg“ - Thema für die Excursion 2016 mit dem Verein Historisches Wevelinghoven e.V.

Wegen möglicher und von Profis natürlich eingeplanter Behinderungen auf den Autobahnen im Rechtsrheinischen geht es am 3. September schon um 9:00 Uhr am Marktplatz in Wevelinghoven los.

Wie immer verkürzt Theo Hoer die Fahrt durch seine Berichte über Wichtiges beziehungsweise Bemerkenswertes an der Strecke. Schwebebahn mit Erbauer Eugen Langen, uns als Mitbegründer der Zuckerfabriken Pfeifer & Langen bekannt, Firmennamen wie z.B. Bayer, Vorwerk und Ibach stehen für Wuppertal.

Den Stadtnamen gibt es nach einer Neugliederung aus den Großstädten Barmen und Elberfeld und weiteren Städten erst seit 1930 durch Bürgerentscheid.

Textilfabrikantensohn Friedrich Engels engagiert sich in der Armenfürsorge des „Elberfelder System“ und der TÜV Rheinland entwickelt sich aus dem hier 1872 gegründeten „Dampfkesselüberwachungsverein“.

Die sächsische Sigiburg, heute Hohensyburg, wird schon von Truppen Karl des Großen eingenommen und grüßt hoch oben für das schnell erreichte Hagen.

Klingenschmiede und Hammerwerke und dann Schwerindustrie bei Klöckner in der Hasper Hütte, Stahlwerke Südwestfalen AG, Brandt's Zwieback und Villosa-Süßigkeiten sind hier überwiegend Vergangenheit. Noch hat die Kaltwalzindustrie im 1975 eingemeindeten Hohenlimburg Stellenwert.

Besonders fällt hier am Eingang zu Sauerland und Südwestfalen das Schloß Hohenlimburg ins Auge.

Eine gelungene Führung mit Herrn Scholz durch dieses wahrhaft authentische Denkmal vergangener Zeiten mit Zukunftsperspektive ist der Höhepunkt des sonnigen Tages. Zwar sind Teile des Schlosses im Umbau, aber Herr Scholz hat für alle Räume einen Schlüssel.

Wir müssen schauen und das Gesehene irgenwie speichern, Fotografieren ist, dafür haben wir Verständnis, vor allem in den Umbau-und Renovierungsbereichen nicht erwünscht.

Aber das mit Spannung erwartete Gemälde von Schloß Wevelinghoven dürfen wir auch elektronisch speichern. Die Überraschung war groß und mündete teilweise in Ungläubigkeit.

Das großformatige Bild befindet sich im Kontext mit Bildern von Schloß Hohenlimburg und Rheda offensichtlich vom selben Maler.

Die Grafen, heute Fürsten von Bentheim-Tecklenburg waren bekanntlich auch die Herren von Wevelinghoven, besitzen Schloß Hohenlimburg noch heute. Lange Zeit war es nicht nur ständiger Wohnsitz sondern auch Verwaltungssitz. Aus dieser Zeit stammen vermutlich auch die Gemälde der Besitztümer und damit auch des Schlosses Wevelinghgoven.

Das Wevelinghovener Wappen im Bentheim-Tecklenburger finden wir auf einer Stickerei im Haus und in Stein über einer Türe zum Neuen Pallas, in dem übrigens auch einmal Ritter von Nesselrode wohnten.

Später, beim Besuch der von den Grafen von Bentheim-Tecklenburg begründeten reformierten Kirche unten in der Stadt, begegnen wir erneut dem alten Wevelinghovener Wappen.

Viel gehört und gesehen, viel zum Nachdenken und in Zukunft auch Nachforschen strengt an, die Einkehr im Haus Schlesierland in Hohenlimburg bietet dazu die erwünschte Pause. Küche und Service verdienen unser Kompliment, wir können dieses Restaurant empfehlen.

Weil sie am Heimweg liegt, machen wir an der monumentalen Müngstener Brücke Halt und erleben noch einmal ein wenig Nostalgie an einem Kiosk mit Minigolfbahn, Zigarren, Zigaretten, Kaffee im Becher und als Süßigkeit „Wupperschlamm“. Ein Gruß aus früheren Zeiten – wer weiß, wie lang noch zu erleben.

Punkt 19:00 Uhr, wie geplant, hält Frau Wicklein den Reisebus wieder auf dem Marktplatz an.

Mit dem Bild vom Schloß Wevelinghoven haben wir die Beschäftigung mit dem ehemaligen Sitz des Hauses Lievendahl erst begonnen, wir haben uns erinnert. Wenn die Erinnerung überschaubarer ist, werden wir das „Schloß im Park an der Erft“ markieren.

Theo Hoer

27 Jul

Einladung zur Exkursion am 3. September 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Gemälde von Schloß Wevelinghoven ist für unseren Besuch auf Schloß Hohenlimburg bei Hagen bereitgestellt. Wie es dort hinkommt, erfahren wir in einer Führung mit Herrn Scholz. Wir dürfen es natürlich fotografieren und vielleicht auch ein „Selfie“ machen.

Dieses Wevelinghovener Schloß, vormals Lievendahl in der Erftschlinge im heutigen Stadtpark am Hemmerdener Weg, wollen wir gemäß unserem Programm nach der Motte in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Bürgerschützenverein demnächst gestalterisch markieren, 2017 ist dafür in Planung.

Das Wappen der Herren von Wevelinghoven im Wappen der Grafen von Bentheim finden wir ebenfalls in der Stadt Hohenlimburg, nämlich in der Reformierten Kirche. Im Vorfeld von 2017 und 500 Jahre Reformation werden wir diese Kirche unter Führung des ehemaligen Baukirchmeisters Folkert Schuerhoff besichtigen können. Unter dem Patronat der Bentheimer Grafen erbaut, ist die Kirche mit ihrer sehenswerten barocken Deckenausmalung eine Besonderheit unter reformierten Kirchbauten.

Die Müngstener Brücke im Bergischen Land rundet unsere Exkursion Richtung Sauerland und Westfalen ab.

Unser Zeitplan am Samstag, den 3. September 2016 ist wie folgt:

09:00 Uhr:  Abfahrt ab Wevelinghoven Marktplatz – Seite Oststraße
11:00 Uhr: 
Führung Schloss Hohenlimburg
_____________mit Herrn Scholz (ca. 90 Minuten)
13:00 Uhr:
  Westfälische Pause und Einkehr
15:00 Uhr: 
Führung Reformierte Kirche Hohenlimburg
_____________mit Herrn Schuerhoff (ca. 30 Minuten)
15:45 Uhr:  Rückreise mit Tasse Kaffee an der Müngstener Brücke
19:00 Uhr:  Ankunft Wevelinghoven Marktplatz

Der Teilnehmerpreis für Fahrt, Führungen, Eintritt und Tips beträgt € 29,50 für Mitglieder unseres Vereins, Gäste zahlen € 32,50.

Die Anmeldung beziehungsweise Bestätigung für bereits notierte Teilnehmer erfolgt durch Überweisung des entsprechenden Betrages unter Betreff „Hohenlimburg“ auf das Vereinskonto mit der IBAN DE82 3055 0000 0093 1369 01.

Die Reisegruppe ist auf 24 Teilnehmer begrenzt. Bitte bis zum 19. August überweisen.

Bei Rückfragen erreichen Sie uns unter 02181-74202 oder per Mail an info@historisches-wevelinghoven.de.

Sonnige Sommertage wünscht Ihnen bis dahin gemeinsam mit dem Vorstand
Nikolai Dohlen, Armin Mohren und Magda Hoer

Ihr Theo Hoer
Vorsitzender

 

(Bildnachweis: Schloß Hohenlimburg gGmbH)

03 Mai

Besichtigung der kleinen Basilika in Gohr und Jahreshauptversammlung

 

Unter sachkundiger Führung von Simon Kolbecher besuchten wir das Kleinod, die Basilika St. Odilia in Gohr. Die Küsterin Frau Meier hatte für uns Votivgaben sowie historische Messgewänder und einige sakrale Gegenstände der Kirche ausgestellt. Simon Kolbecher erzählte interessant zur Entstehungsgeschichte der kleinen Basilika.

Danach eröffnete Vorsitzender Theo Hoer die satzungsgemäße jährliche Jahreshauptversammlung im Weinzimmer der Erftruhe. Der Bericht des Vorstandes lag den Mitgliedern mit der Weihnachts- und Osterpost schon schriftlich vor. An den Besuch der Ausstellung „Bös deutsch-bös evangelisch“ in Schloss Rheydt, die Führung zu Baudri-Fenstern und Kehren-Gemälden mit Simon Kolbecher in St. Stephanus Grefrath wie auch die Exkursion mit Führung in der Zitadelle und der Stadt Jülich wurde erinnert.

Die Kasse schließt mit einem kleinen Überschuß ab, kann Kassiererin Magda Hoer berichten.

Am 3. September 2016 steht die Exkursion nach Hohenlimburg an, Näheres folgt.

In Arbeit ist unter unserem Motto „ERINNERN - MARKIEREN - VERNETZEN“ die Gestaltung einer Markierung an der Motte Wevelinghoven im Zubend. Wir arbeiten diesbezüglich mit dem St. Martinusstift zusammen, unser 2. Vorsitzender Nikolai Dohlen plant für den Verein.

Ein Teil des Markierens und Vernetzens findet hier auf unserer Internetseite statt, die von Geschäftsführer Armin Mohren aktuell und gekonnt gepflegt wird.

Das Programm 2017 wird wieder eine kleinere Aktion im Frühjahr in Verbindung mit der Jahrenshauptversammlung und die nun schon traditionelle Exkursion am ersten Samstag im September umfassen. Beliebtheit erfahren spontane Angebote aus der näheren Umgebung, das wird von den Mitgliedern weiterhin befürwortet.

Nach der Motte im Zubend wird sich der Verein gemeinsam mit dem Bürger-Schützen-Verein mit der Markierung des in alten Plänen „Burg“ genannten Schloß Wevelinghoven vormals Lievendahl und dem davon noch zeugenden Bodendenkmal im Stadtpark Wevelinghoven befassen.

10 Feb

Einladung zur Exkursion am 27. April 2016

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins,

am Mittwoch, den 27. April 2016 geht es „Über die Fluren in die Nachbarschaft“ wieder weiter. Ein sakrales Kleinod im Rhein-Kreis ist dann für eine gute Stunde unser Ziel.

Simon Kolbecher hat uns im vergangenen Jahr gerne zu Baudri-Fenstern und Kehren-Gemälden in St. Stephanus in Grefrath geführt und freut sich, uns auch 2016 zu sehen.

Jetzt ist es die kleine Basilika in Gohr, deren erste Ursprünge wohl im 11. Jahrhundert liegen und deren Patronin die Heilige Odilia aus dem Elsaß ist. Die gut erhaltenen ursprünglichen einfachen romanischen Stilelemente beeindrucken die Besucher noch heute.

Mit Odilia, die für gutes Sehen bzw. die Gesundheit der Augen zuständig ist, wird vor Ort sicher eine vorchristliche Tradition aus antiker Zeit fortgesetzt. Hinweise auf bereits vorchristliche Bedeutung gibt es auch in der näheren Umgebung von Sankt Lambertus Ramrath und Sankt Willibrordus Welchenberg.

Noch heute beteiligen sich viele Gläubige aus unserer Heimat an der schon im 13. Jahrhundert einsetzenden Wallfahrt zur Hl. Odilia. Wer will, betrachtet unseren Besuch für sich einfach auch als ein wenig Wallfahrt.

Auf jeden Fall freuen wir uns auf Simon Kolbecher und eine Begegnung mit 1000 Jahren Heimat und mit der Heiligen Odilia in Gohr am 27. April. Wir treffen uns um 18:00 Uhr an St. Odilia in Gohr (Navi-Adresse: Kirchplatz 6A in 41542 Dormagen).

Nach dem Besuch in St. Odilia treffen wir uns um 20:00 Uhr in der Erftruhe in Wevelinghoven zur Jahreshauptversammlung. Die Tagesordnung dazu erhalten Sie Anfang April.

Auf die Begegnung mit Ihnen in Gohr und Wevelinghoven freuen sich

Theo Hoer – Vorsitzender
Nikolai Dohlen – 2. Vorsitzender
Armin Mohren – Geschäftsführer
Magda Hoer – Finanzen

Bei Fragen und Anmeldung erreichen Sie uns wie gehabt hier.

P.S.: Das Foto ist dem Wikipedia-Artikel zu St. Odilia entnommen.